Warum Google gar nicht so böse ist

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BeRsErKeR
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Re: Warum Google gar nicht so böse ist

Beitrag von BeRsErKeR »

Tiles hat geschrieben:
Das ist eher ein menschliches bzw. soziales Problem. Genausogut könnte eine Bank dir den Kredit verwähren wenn du dunkle Haut hast
Und diese Diskriminierung ist per Gesetz verboten und einklagbar. Aus gutem Grund.
Und wieso ist es ok wenn man aufgrund seiner Wohngegend keinen Kredit bekommt? Für mich macht das keinen Unterschied. Diskriminierung ist Diskriminierung. Die Frage ist doch eher was so schlimm daran ist, dass Google die Information über deinen Wohnort weitergibt, wenn es egal ist wo du wohnst? Es ist in dieser Hinsicht nicht schlimm dass jeder wissen kann wo du wohnst, sondern dass dein Wohnort überhaupt eine Rolle spielt. Wenn sich eine Bank weigert dir einen Kredit zu geben nur weil du in einem bestimmten Stadtteil oder Ort wohnst, dann ist das Diskriminierung und hat nichts mit Google zu tun. Und das sollte genauso verboten sein per Gesetz. Hat aber wie gesagt nicht wirklich was mit Google und Co zu tun.
Tiles hat geschrieben:
Wer sowas ins Netz stellt ist selber Schuld.
Genau da fängt die Problematik an. Vieles wird eben nicht selber reingestellt. Oder es wird reingestellt und durch falsche Sicherheitssettings oder auch durch Datenverknüpfung oder Datendiebstahl gelangt es dann in falsche Hände. Oder du hast es vor Jahren reingestellt, schon lang wieder entsorgt, denkst gar nicht mehr dran, es steht aber immer noch in einer Wayback Maschine. Das Internet vergisst nichts.
Ja aber du musst auch außerhalb des Internets vorsichtig mit deinen Daten umgehen. Wenn ein Freund ein Foto macht kann er theoretisch damit auch die Straßen zupflastern. Es ist einfach nur ein anderes Medium, die Möglichkeiten und Risiken existieren jedoch genauso gut auch ohne Internet. Nur wird das Internet halt sehr viel häufiger dafür benutzt. Womit wir zu deiner nächsten Aussage kommen ...

Tiles hat geschrieben:Der Kernpunkt ist, wieso soll im Internet nicht das gleiche Recht gelten wie im realen Leben? Im realen Leben hast du ein Recht darauf über deine Daten zu verfügen, das Recht auf informelle Selbstbestimmung. Ich sehe nicht ein wieso das im Internet anders sein sollte. Gerade weil die Menschen eben scheisse sind, und es denen das Internet so einfach macht gehört sowas geregelt.
Das sehe ich doch genauso. Es sollte ein Gesetzt geben, welches sowohl Internet als auch alle anderen Medien umfasst.

Allerdings gibst du Google und Co ja freiwillig deine Daten indem du ihren Service benutzt. Im Fall von Google deine Interessen. Im Fall von Facebook alles Mögliche. Ich sehe hier keinen Gesetzes-Verstoß auch nicht in Hinblick auf die derzeit geltenden Rechte in Hinblick auf Datenschutz und Selbstbestimmung. Ich kenne Leute, die sind nirgends im Internet auffindbar, ihr Name taucht nicht einmal bei einer Google-Suche auf.

Wenn ich mich im realen Leben z.B. bei einem Verein anmelde, dann erfasst der Verein auch einige Daten von mir. Wenn ich irgendwo in einer öffentlichen Einrichtung (als solche sehe ich auch Facebook usw) mein Tagebuch hinlege und Fotos reinpacke, dann hat da auch jeder Zugriff. Für mich ist das nichts anderes. Wozu ist denn Facebook, wenn nicht zur Selbstdarstellung und Präsentation? Wenn ich mich mit Freunden unterhalten will dann kann ich ICQ und dergleichen nutzen und gebe meine Daten nicht preis da ich anonym sein kann. Facebook, Twitter, Blogs usw sind doch gerade dazu da Informationen preis zu geben. Ein Blog ist ja sogar eine Art elektronisches Tagebuch. Wenn man sein normales Tagebuch offenlegt sind die Informationen doch genauso bekannt.

Ich verstehe die Erwartungshaltung einfach nicht. Ich bin mir doch, wenn ich solche Dienste nutze, darüber im Klaren dass ich Informationen preis gebe. Und keiner der Dienste wirbt damit dass er alles streng vertraulich behandelt. Wenn er wirklich alles vertraulich behandeln würde, könnte man keine Informationen austauschen.
Ohne Input kein Output.
Tiles

Re: Warum Google gar nicht so böse ist

Beitrag von Tiles »

Und wieso ist es ok wenn man aufgrund seiner Wohngegend keinen Kredit bekommt? Für mich macht das keinen Unterschied. Diskriminierung ist Diskriminierung.
Isses nich. Da sind wir uns doch einig :)
Die Frage ist doch eher was so schlimm daran ist, dass Google die Information über deinen Wohnort weitergibt
Das ist quasi das Einbruchswerkzeug das den "Bruch" erst ermöglicht.
Allerdings gibst du Google und Co ja freiwillig deine Daten indem du ihren Service benutzt. Im Fall von Google deine Interessen. Im Fall von Facebook alles Mögliche. Ich sehe hier keinen Gesetzes-Verstoß auch nicht in Hinblick auf die derzeit geltenden Rechte in Hinblick auf Datenschutz und Selbstbestimmung. Ich kenne Leute, die sind nirgends im Internet auffindbar, ihr Name taucht nicht einmal bei einer Google-Suche auf.
Wir liegen gar nicht so weit auseinander. Bei dem Punkt hier werden wir uns aber wohl nicht so schnell einig. Es ist ja nicht alles freiwillig was Google oder Facebook da von uns erhebt. Es ist auch vieles quasi erschlichen, Stichwort Youtube versus Google Account. Legal aber sehr unschön. Gar nicht mehr schön wirds wenn diese Dienste gegen geltendes lokales Recht verstossen. Und das tun sowohl Google als auch Facebook. Und viele weitere Suchmaschinen und soziale Netzwerke.
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Jonathan
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Re: Warum Google gar nicht so böse ist

Beitrag von Jonathan »

joggel hat geschrieben: Aber über JavaScript, das würde ich doch mitbekommen. Da müsste doch bei mir eine Java-Anwendung starten, oder nicht?
Probiers aus:
http://de.selfhtml.org/javascript/objekte/screen.htm

Wegen sowas hab ich das NoScript Addon installiert.

Zum Datensammeln: Ist das immer schlecht? Ich meine, die Daten werden benutzt, um passende Werbung anzuzeigen und den Service zu verbessern. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da suchte ich einen Wikipediaartikel und hab ihn nicht gefunden, der selbe Begriff bei Google lieferte als ersten Treffer die Wikipediaseite die ich suchte (die aber einen anderen Namen hatte).
Und naja, natürlich ist Werbung nur dafür da, mir Sachen zu verkaufen. Andererseits will ich ja auch Sachen kaufen, wofür verdiene ich sonst Geld? Ab und zu lohnt sich Werbung echt, weil man auf Dinge kommt, an die man nicht gedacht hätte, den Kauf aber im Nachhinein nicht bereut.

Oder Google Maps. Bekommt all meine GPS Daten übermittelt. Sauerei, eigentlich. Andererseits haben die damit automatisch super Verkehrsinfos, wissen alleine anhand der Geschwindigkeit, wo Baustellen sind. Die Vorhersage, wie lange die Fahrt dauert, war bei mir erstaunlich genau, dank vieler Daten, die Ausgewertet werden. Die müssen nicht einmal mehr neue Straßen selbst einmessen, weil sie alle Änderungen aus den GPS Daten der Kunden kriegen. Und dann zusammen mit dem riesigen POI Verzeichnis, wird die Sache noch besser. Klar ist es erschreckend effektive Werbung, wenn mir die nächste Pizzeria angezeigt wird. Aber vielleicht will ich ja gerade Pizza Essen, und bin froh, wenn ich eine in der Nähe finde. Ich möchte konsumieren, Google hilft mir dabei. So gesehen gewinnen alle.
Lieber dumm fragen, als dumm bleiben!
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Artificial Mind
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Re: Warum Google gar nicht so böse ist

Beitrag von Artificial Mind »

[youtube]TDbrX5U75dk[/youtube]
Microsoft vs. Google, einfach nur unterhaltsam :)
Alexander Kornrumpf
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Re: Warum Google gar nicht so böse ist

Beitrag von Alexander Kornrumpf »

Ich wollte erst einen Aufsatz dazu schreiben, aber im Prinzip ist es doch ganz einfach. Wie es in dem Video auch heißt, Google macht ein Geschäft. Wir kennen das Geschäftsmodell auch ziemlich gut und niemand wird mit vorgehaltener Waffe gezwungen da mitzumachen. Wenn ich meinem Nachbarn nen Briefkastenschlüssel gebe und ihm erlaube meine gesamte Post zu lesen, schreit auch keiner dass das gesetzlich verboten ist.

Die Search Engine wird ein Sonderfall bleiben, weil niemand ernsthaft behaupten kann darauf verzichten zu können. Ja ist ein Problem. Solange die IPs noch hin und wieder wechseln aber zu vernachlässigen.

Zu allen anderen Diensten, die Google so anbietet gibt es Alternativen. Die sind mal teuer, mal etwas unpraktischer und mal einfach nicht ganz so gut, aber das wäre der Preis den man dann ggf. für privacy bezahlen müsste. Tut nur halt keiner, stattdessen schreien wir nach dem Gesetzgeber oder was? Wo das hinführt kann man ja sehen. Was man sich allein an Datenschutzdiskussionen sparen könnte, wenn sich Public Key Encryption mal flächendeckend durchsetzen würde. Stattdessen haben wir jetzt so ein lächerliches Produkt wie den Ex-Post Brief. Darüber könnt ich mich stundenlang aufregen, aber das wollt ihr vermutlich auch nicht.
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Artificial Mind
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Re: Warum Google gar nicht so böse ist

Beitrag von Artificial Mind »

Alexander Kornrumpf hat geschrieben:Zu allen anderen Diensten, die Google so anbietet gibt es Alternativen. Die sind mal teuer, mal etwas unpraktischer und mal einfach nicht ganz so gut, aber das wäre der Preis den man dann ggf. für privacy bezahlen müsste. Tut nur halt keiner, stattdessen schreien wir nach dem Gesetzgeber oder was? Wo das hinführt kann man ja sehen.
Das ist genau wie die Döner-Gammer-Fleisch-Skandale. Alle schreien sie, das soetwas ja nicht angehen kann, aber mehr als 2,50€ pro Döner wollen sie nicht bezahlen. Kein Wunder, das _irgendwo_ Abstriche gemacht werden müssen. Bei Google-Produkten ist es eben Privacy.

Ein Blogeintrag, der auch gut zum Thema passt, ist folgender: http://blogs.msdn.com/b/jw_on_tech/arch ... oogle.aspx
Ist von jemanden verfasst, der bei Microsoft gearbeitet hat, zu Google gewechselt ist und jetzt nach einigen Jahren wieder zu Microsoft zurück. Interessant finde ich daran, dass er Facebook ein wenig die Schuld gibt. Seine Hauptthese imho ist, dass durch Facebook die Werbeeinnahmen von Google gefährdet sind, weil Facebook ja viel besser die Interessen seiner "Kunden" (aka Nutzer, aka "das Produkt") kennt und somit besser Werbung anzeigen kann. Damit ist erst die ganze Google+-Aktion losgegangen und die komplette cross-Verlinkung der Services, inklusive Youtube. Und das Arbeitsklima hat wohl auch sehr darunter gelitten, weswegen besagter Autor zurück gewechselt ist. Ganz neues Licht (für mich jedenfalls).
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