Investorgespräche, Geschäftsmodelle und Finanzen

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simbad
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Investorgespräche, Geschäftsmodelle und Finanzen

Beitrag von simbad » 22.12.2011, 10:59

(abgespalten aus [Projekt] Zudo's StoneQuest)

Ich will dir nicht wirklich alle Hoffnungen nehmen, aber für Software ist es Verhältnismässig schwierig Kapital über einen Investor/Bank zu bekommen.
Vor allem, wenn sie nicht in einem verkaufsfähigen Zustand ist.

Das hat nach meinen Erfahrungen vielerlei Gründe.

1. Softwareentwicklung hat die Eigenschaft auf dem letzen Meter zu scheitern.
2. Die meisten Investoren sind Kaufleute. Alles was nicht zum Anfassen ist, ist denen Suspekt.
3. Du kannst die beste/schönste/schnellste Software bauen und wirst es nicht los. Du kannst den größten Mist produzieren und wirst reich.
In kaum einem Geschäft ist der Erfolg so stark vom Zufall abhängig, wie bei der Spieleentwicklung.
4. Es ist schwierig Investitionsvolumen unter 1Mio zu bekommen. Bei weniger ist der Aufwand gemessen am Nutzen zu groß.
Bei weniger kannst du auch zu Bank gehen und ein Kredit aufnehmen. (Empfehlung eines Investors bei meiner Anfrage wegen 250k)
5. Es gibt kaum Leute vom Fach die die nötigen Expertisen erstellen können oder wollen. Ohne eine Unabhängige Beurteilung deiner Idee kein Geld.
6. Solche Investment Buden bekommen etwa 40-100 Anfragen am Tag. Meistens bearbeiten die das in kleinen Teams mit 2-3 Leuten.

Ich mache wieder meine normale Arbeit um mir meinen Lebensunterhalt zu verdienen und eventuell im nächsten Jahr so richtig durchzustarten.
Zuletzt geändert von Chromanoid am 22.12.2011, 16:33, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Beiträge abgespalten...

Jofarin
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Re: [Projekt] Zudo's StoneQuest

Beitrag von Jofarin » 22.12.2011, 11:37

simbad hat geschrieben:3. Du kannst die beste/schönste/schnellste Software bauen und wirst es nicht los. Du kannst den größten Mist produzieren und wirst reich.
In kaum einem Geschäft ist der Erfolg so stark vom Zufall abhängig, wie bei der Spieleentwicklung.
Öhm, hast du da tiefere Einsichten, das es Zufall ist, oder könnte es halt nur wie bei allem nicht ausschließlich von der Qualität des Produkts abhängen sondern auch Geschäftssinn und ähnliches mit einbeziehen?

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Re: [Projekt] Zudo's StoneQuest

Beitrag von IlikeMyLife » 22.12.2011, 11:38

Es ist denkbar der schwierigste Punkt eines Spiele-Entwicklers von der Hobby- in die kommerzielle Schiene zu kommen.

Anders herum gesehen, ist es allerdings auch nur ein Teilschritt des gesamten Projektes. Wenn du dein Projekt vertig gestellt hast, ist der Grundpfeiler gegeben und es ist nur eine Frage der eigenen Motivation den letzten Schritt auch noch zu meistern.

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Re: [Projekt] Zudo's StoneQuest

Beitrag von simbad » 22.12.2011, 13:24

@jofarin:
Du kannst mit Werbung sicherlich das ganze in die richtige Richtung treiben. Aber auch das ist kein Garant für Erfolg. Tiefere Einsichten? Ich habe selbst eine Idee, die an Genialität kaum zu toppen ist (so meine persönliche Meinung). Ich habe mit einem Bekannten zusammen nach einem Investor gesucht und genau die, mit ausnahme von 3., Erfahrungen gemacht.

Wir haben uns den Markt bestehender MMOs und auch Browser-Games angeschaut und sind dabei auf das Problem ein entscheidendes Problem gestossen. Wenn du einen Businessplan machst, sind

der erste Satz und
der Finanzplan das wichtigste.

Weil, wie erwähnt, die Investment-Firmen soviele Anfragen bekommen, lesen die den ersten Satz. Und wenn der ihr interesse weckt, dann schauen sie auf den Finanzplan wegen des Volumens. Danach kommt erst der Rest.

Es ist fast unmöglich in einem Satz ein Online-Game zu beschreiben, das nicht ein bestehendes Spiel beschreibt und zudem Interesse weckt. Und dann musst du schauen, das du einen plausiblen Finanzplan hast. Mein bekannter war bei Wellington-Partners, weil er mit denen früher schon zutun hatte, der hat in breit angegrinst und abgelehnt. Begründung: "Ihr wollt einen Kredit aber keine Investition". Die Armortisation war denen zu schnell.

Anderes Szenario:
Ich nehme jetzt mal ein paar fiktive Zahlen.

Aktuelle MMOs bringen es auf ein Millionen Kunden. Das ist also der theoretische Kundenstamm. Wenn du dann hingehst und sagt. Wir können 10% erreichen und nehmen von jedem 10Euro im Monat. Dann verdienen wir 1Mio im Monat. Wenn man jetzt mal Personalkosten abzieht etc kannst du 100.000 Euro im Monat zurückzahlen. 1.2Mio im Jahr. Wenn du 1Mio Investment hast, dann ist das ein kurzfristiger Kredit.

!! Das macht der Investor nicht.

OK. Du reduzierst die Anzahl der Spieler, die du erreichst. 1%: "Hast du kein Vertrauen zu deinem Produkt!!!!" Scheiße. Wenn du schon kein Vertrauen hast, warum sollte der Investor es haben.

Es ist wahnsinnig schwierig das erstmal für eine Idee Geld zu bekommen. Wenn du einmal eine Idee realisierst und die bringt Geld. Kannst du fast alles finanziert bekommen.

Noch ein wichtiger Punkt. Wichtig ist, das du das Produkt, das du dem Investor versprichst fertig bekommst. Nichts ist schlimmer als ein Versprechen nicht einzuhalten. Die Vermarktung ist dann wieder ne andere Sache. Da kann man sich Hilfe Holen. Später. Das macht im Zweifel auch der Investor, der will ja das Geld wieder haben das er Investiert hat.

Bei mehr als 1Mio Investition hast du meistens auch einen Controller in der Firma. Da musste dann Terminpläne aufstellen und diese auch einhalten. Sonst drehen die dir den Geldhahn zu.

Wir haben letztendlich Leute gefunden, die das Geld "übrig" haben und sonst nicht wissen was sie damit machen sollen. Es ist nur an eine einzige Bedingung geknüpft. Und die bin ich dabei zu erfüllen. Wenn das klappt, habe ich für die nächste 2-3 Jahre zutun und muss nicht darüber nachdenken, wie ich die Miete bezahle.

Das ist aber ein Glücksfall, weil mein Bekannter in dem Metier schon 35 Jahre tätig war und eben einige Leute kennt. Heute ist er auf Rente und hilft mir bei vielerlei Ideen und den Fragen wie man das Verkauft bekommt.

@IlikeMyLife:
Wenn du fertig bist und mit deinem Game online bist, zeigen kannst wieviele Spieler wirklich da sind, dann bekommst du auch wieder Geld ohne Probleme. Dann kann der Kaufmann wieder Erbsen zählen. Was sind 250k Zeilen Code wert?
Lines of Code ist keine Währung. Und die Qualität nicht in Geld umrechenbar. Das ist des Kaufmanns Problem.

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Re: [Projekt] Zudo's StoneQuest

Beitrag von Jofarin » 22.12.2011, 14:05

IlikeMyLife hat geschrieben:Wenn du dein Projekt vertig gestellt hast, ist der Grundpfeiler gegeben und es ist nur eine Frage der eigenen Motivation den letzten Schritt auch noch zu meistern.
Der erste Teil ist richtig, der zweite klar falsch. Klar erreicht man ohne Motivation nix, aber für finanziellen Erfolg braucht man entweder Unmengen Glück oder kaufmännisches Wissen, Kontakte, etc. Und letzteres ist normalerweise zu erlernen/erwerben, also harte Arbeit.
Das sieht man übrigens besonders gut in der Geschichte, wenn man sich mal unterschiedliche Erfinder ansieht. Manche haben es echt zu was gebracht, weil sie kaufmännisches Gespür hatten, andere haben sich großartige Erfindungen "abluchsen" lassen und sind verschuldet gestorben, obwohl heutzutage jeder ihre Erfindung benutzt und die Patente Millionen oder Milliarden gescheffelt haben.

Simbads letzter Post spricht da Bände:
"Ihr wollt einen Kredit aber keine Investition". Die Armortisation war denen zu schnell.
Kaufmännisches Wissen. Hat man sowas nicht, redet man schnell an den Geldgebern vorbei.
Die Vermarktung ist dann wieder ne andere Sache. Da kann man sich Hilfe Holen. Später. Das macht im Zweifel auch der Investor, der will ja das Geld wieder haben das er Investiert hat.
Noch so ein Fehler. Warum sollte der Investor gutes Geld schlechtem hinterherwerfen? Ich spreche da aus eigener Erfahrung, denn ich hab in ner Firma gearbeitet, die untergegangen ist, weil die Investoren nach 3 Jahren Spielentwicklung und 3 Monate vor Release das Projekt gestoppt haben, weil sie gesagt haben, dass der finanzielle Vermarktungsaufwand Geld ist, das sie nicht riskieren wollen. Das Spiel war on time und on budget bis dahin und das benötigte Geld nur ein Bruchteil dessen, was sie bisher schon investiert hatten.

TL,DR: Vieles was als Glück oder Zufall verschrien wird, ist harte Arbeit und Wissen, das andere geleistet oder erworben haben. Nur viele Entwickler kennen sich mit der Materie i.A. null aus und schieben es dann auf "Glück" (ähnlich wie bei Computerspielen die Anfänger von den Profis abgezogen werden und wenn es für den Anfänger knapp aussah, sagt er "Glück gehabt", obwohl der Profi genau wußte, das er noch 5 Schuss und der andere nur noch 3 Schuß aushielt).

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Re: [Projekt] Zudo's StoneQuest

Beitrag von Chromanoid » 22.12.2011, 14:44

Ein paar relevante Links zu Investment, Finanzierung, Monetisierung und Marktbeobachtung bei MMO und Social Games:
http://www.gamesbrief.com/ Geht speziell auf Investment und Finanzierung ein
http://www.slideshare.net/timmerel/digi ... m=ss_embed Digi-Capital Games Investment Review 2011
http://www.insidesocialgames.com Can Games Still Succeed on Facebook?
http://www.appdata.com/ (Registrierung ohne Subscription erlaubt Zugriff auf die Daten für die aktuelle Websession ;))
http://casualconnect.org/category/lectures/business/
http://casualconnect.org/?s=wooga&cat=4 ... &Submit=Go (wooga ist immer interessant zu hören)
http://blog.betable.com/roger-dickeys-h ... etization/ Zyngas Methoden...
http://www.gamasutra.com/view/feature/6 ... hp?print=1
http://gamification.co/2011/06/08/game- ... on-radoff/ nettes buch

@simbad 1Mio Nutzer ist imo ziemlich optimistisch besonders bei Abos http://mmodata.blogspot.com/ . Das sind alles ziemliche High Profile Titel

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Re: [Projekt] Zudo's StoneQuest

Beitrag von Tejio » 22.12.2011, 15:14

OT: Vielleicht übertreibe ich, aber kann es sein, dass hier gerade am Thema des Threads vorbei unterhalten wird? Ich hab auch gelesen, dass Zudomon an seinem Businessplan sitzt, aber wäre es nicht besser, wenn man die Post in einem eigenständigen Thread packen würde? Das Thema der Finanzierung ist generell für die Spieleentwicklung von Bedeutung und sollte nicht unter einem Haufen von Posts begraben werden. Insbesondere, wenn das Hauptthema ein Spiel ist. Only my opinion...

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Re: [Projekt] Zudo's StoneQuest

Beitrag von simbad » 22.12.2011, 16:28


Du übertreibst nicht.

@Zudomon:
Wie du siehst. Hat jeder eine andere Meinung und unterschiedlichste Erfahrungen.
Erstelle du deinen Businessplan. Und gehe los einen Investor zu suchen. Da du ja nun schon ne Menge hier über dein Spiel und die Fortschritte gepostet hast, denke ich mal wäre es für alle Interessant, zu erfahren, welche Erfahrungen du denn dabei machst.

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Re: Investorgespräche, Geschäftsmodelle und Finanzen

Beitrag von Chromanoid » 22.12.2011, 16:31

Hab mal aufgespalten, alles @Zudomon könnt ihr ja in das andere Thema übertragen.

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Re: [Projekt] Zudo's StoneQuest

Beitrag von Zudomon » 22.12.2011, 19:18

simbad hat geschrieben:@Zudomon:
Wie du siehst. Hat jeder eine andere Meinung und unterschiedlichste Erfahrungen.
Erstelle du deinen Businessplan. Und gehe los einen Investor zu suchen. Da du ja nun schon ne Menge hier über dein Spiel und die Fortschritte gepostet hast, denke ich mal wäre es für alle Interessant, zu erfahren, welche Erfahrungen du denn dabei machst.
Ich suche kein Investor. Das wurde hinzu gedichtet. Der Businessplan ist dafür da, damit mir die Arge die Selbstständigkeit und die dazugehörige Förderung gewährt. Ich soll den machen, damit die sehen, dass ich mir überhaupt Gedanken gemacht habe.

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Re: Investorgespräche, Geschäftsmodelle und Finanzen

Beitrag von simbad » 22.12.2011, 20:58

Tja. So kanns gehen.
Ich wüsste noch nicht mal wie ich auf die Idee gekommen bin. Peinlich, peinlich wenn sich da die Gedankenwelt unbeaufsichtigt ihre eigenen Wege sucht.

Liegt wohl daran, das ich durch die eigene suche nach Investoren zu oft mit dem Begriff Businessplan konfrontiert worden bin.

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Re: Investorgespräche, Geschäftsmodelle und Finanzen

Beitrag von Tejio » 22.12.2011, 21:32

Das mag sein, simbad, aber dennoch ist es überaus interessant zu lesen. Ich kenne persönlich nur wenige Menschen (genau genommen nur einen), die aus einem Hobbyprojekt ein erfolgreiches Unternehmen aufbauen konnten. Dabei ist die Finanzierung ein wichtiges Thema auf dem Weg zu einem erfolgsträchtigen Unternehmen. Leider kommen nur die wenigsten Hobbyprojekte soweit, um sich der Finanzierung zu beschäftigen (jedenfalls, dass es sich auch lohnt). Ich gib zu, ich habe nicht allzu viel Erfahrungen damit, aber mit deiner Hilfe und der von Jofarin habe ich schon mal ersten Einblick bekommen. Die Links von Chromanoid muss ich mir noch lesen, zum Glück steht Weihnachten vor der Tür.

OT: Schneit es bei euch eigentlich? Bei mir regnet es grad...

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Re: Investorgespräche, Geschäftsmodelle und Finanzen

Beitrag von Sleepy » 22.12.2011, 22:47

Businessplan ?

Sorry der letzte der das Wort gesagt hat hätte ich am leibsten in die Fxxxxx gehauen.

Weiß jemand was ein Businessplan ist ?

Ich glaube viele verstehen das falsch.
So wie ich das oben so bei verschiedenen leute gelesen habe versteht man daraunter eine Exel Tabelle mit Zahlen wo ganz unten der Jahresgewinn oder Umsatz steht oder nicht ? So hab ichs zumindest bei einigen von euch verstanden.

Also basieren die Zahlen auf Schätzungen wenn man jetzt bischen Psychologisch denkt merkt man vielleicht das man sich die Zahlen so Hin biegt wie man sie gerne hätte. Das macht man Total unterbewusst.

Schon winston churchill sagte:
"Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast."

Genau das verstehe ich unter dem Zitat.

Ein Businessplan baut immer auf eigenen Erfahrungen auf so kann man zb sagen sich Battlefield 3 besser verkauft wie Battlefield 2. Dies hängt das auch oft von vielen Faktoren ab. Aber ein Businessplan von 0 auf zu realisieren hallte ich für absolut unmöglich.

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Re: Investorgespräche, Geschäftsmodelle und Finanzen

Beitrag von simbad » 22.12.2011, 22:58

Da siehst du was falsch.

Es ist nicht einfach eine Excel-Tabelle mit Zahlen.
Es ist die Vorstellung eines Projekts. Dabei geht es darum die Idee zu erläutern und wie man mit dieser Idee Geld verdient. Was du an Geld wofür benötigst und wie du das Geld dann an die Investoren zurückzahlst. Aussichten auf weitere fortführende Projekte. Wer die Leute sind, die das Projekt umsetzen. Wer die Mitbewerber sind, wie der Markt aussieht in dem man tätig wird, wodurch man sich von den Mitbewerbern unterscheidet. Preisstruktur der Mitbewerber.

Das ganze auf nicht zu viele Seiten weniger als 10.

Die Kunst ist es eben das alles auf die 10 Seiten zu bringen und den potentiellen Investor dabei soweit zu überzeugen, das er es einem Prüfer vorlegt, der eine Expertise erstellt.
Der Businessplan ist der Einstieg. Es ist das erste was der Investor sieht und anhand dem er entscheidet ob er sich überhaupt damit beschäftigen will.

Deswegen das von mir in einem anderen Post gesagte. Der 1. Satz muss passen. Wenn der potentielle Investor das schon 20 mal gelesen hat, dann legt er den Plan zur Seite und das wars.

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Re: Investorgespräche, Geschäftsmodelle und Finanzen

Beitrag von Chromanoid » 22.12.2011, 23:23


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Re: [Projekt] Zudo's StoneQuest

Beitrag von IlikeMyLife » 23.12.2011, 12:31

Zudomon hat geschrieben:
simbad hat geschrieben:Ich suche kein Investor. Das wurde hinzu gedichtet. Der Businessplan ist dafür da, damit mir die Arge die Selbstständigkeit und die dazugehörige Förderung gewährt. Ich soll den machen, damit die sehen, dass ich mir überhaupt Gedanken gemacht habe.
Wobei meine Aussage doch zutreffend ist, die ich oben gegeben habe ;-)

Die Hinterfragung dazu kam mir von damals, als Zudomon einen Weg gesucht hat, um mit seinem Projekt Miete, Essen etc. finanzieren zu können.
Ich konnte mir auch nicht vorstellen, dass du einen Businessplan in Form eines Unternehmens suchst.

Die Vorgaben der ARGE sind mir bekannt, da ich mich vor kurzem auch erst da rüber erkundigt habe und dieses in Zusammenarbeit mit dem Finanzamt abgeklährt werden sollte ( Stichpunkt: Steuererklährung ).

Die ARGE vergibt die Unterstützung NUR, wenn ein Projekt in den Eckpfeilern erläutert wird und die betroffene Person eine Vorstellung und einen Weg liefern kann, wie denn diese Finanzierung aussehen soll.

Hintergrund dieser Thematik liegt da drin, dass die ARGE unter anderem als Schutzmechanismus fungiert, Personen aus der Arbeitslosigkeit zu heben. Im Gegensatz zu einem Investor, der mit seinem Geld, Geld verdienen möchte, liegt es bei der ARGE an der betroffenen Person, durch das Projekt die Selbstständigkeit einer willigen Person zu unterstützen.

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Re: Investorgespräche, Geschäftsmodelle und Finanzen

Beitrag von radar » 28.12.2011, 13:28

simbad hat geschrieben:(abgespalten aus [Projekt] Zudo's StoneQuest)
1. Softwareentwicklung hat die Eigenschaft auf dem letzen Meter zu scheitern.
[...]
3. Du kannst die beste/schönste/schnellste Software bauen und wirst es nicht los. Du kannst den größten Mist produzieren und wirst reich.
In kaum einem Geschäft ist der Erfolg so stark vom Zufall abhängig, wie bei der Spieleentwicklung.
So ist es doch bei Allem, nicht nur bei Software. Schau dir doch mal im Fernsehen an (Castingshows), wie viele groß rauskommen möchten, für alle gibt es einfach kein Platz und da sind sicher viele dabei, die super singen können. So als Beispiel. Genauso gibt es da draußen jede Menge gute Programmierer (so wie du ein guter Programmierer bist), aber ein guter Programmierer zu sein, reicht alleine nicht aus. Manche mögen tatsächlich Glück haben, aber das ist eher eine Ausnahme. Alles andere ist harte arbeit - und zwar über die Entwicklung der Software hinaus!
simbad hat geschrieben:(abgespalten aus [Projekt] Zudo's StoneQuest)
2. Die meisten Investoren sind Kaufleute. Alles was nicht zum Anfassen ist, ist denen Suspekt.
Da hast du auf jeden Fall recht! In Deutschland ist es leider so, dass die BWLer eine Idee haben, sich Kapital und Entwickler suchen und nicht (wie zB häufig in den USA), dass Entwickler mit Leidenschaft eine gute Idee haben die sie vermarkten wollen. Außerdem sind 90% der deutschen Startups Copycats, kopier was erfolgreiches aus den USA, das es hier noch nicht gibt und du bist die Investition sicher... Mir gefällt der deutsche Startup-Moral auch nicht und ich sehe dafür nur zwei Lösungen:

- Hole dir einen BWLer mit ins Bot, der sich darum kümmert! Businessplan etc. erstellen, mit Business-Angels/Investoren Gespräche führt, usw., der wird dann schon wissen, wie er mit den Leuten seines Faches umzugehen hat
- Vermarkte dein Spiel selber (...ich denke, der Windows8-Store/Market/Wie-das-Ding-heißt wird eine interessante Plattform bieten... *hust*)
simbad hat geschrieben:(abgespalten aus [Projekt] Zudo's StoneQuest)
Ich mache wieder meine normale Arbeit um mir meinen Lebensunterhalt zu verdienen und eventuell im nächsten Jahr so richtig durchzustarten.
[/quote]

Höre nicht auf daran zu arbeiten! Es wird nicht beim ersten mal klappen, oder beim zweiten oder beim dritten! Aber du wirst dazu lernen und aus jedem Fehlschlag wertschöpfen! Und wenn du erst in 5 oder 10 Jahren den gewünschten Erfolg erhalten wirst? Das ist immer noch besser, als den Kopf in den Sand zu stecken

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Re: Investorgespräche, Geschäftsmodelle und Finanzen

Beitrag von simbad » 28.12.2011, 14:05

Danke für die aufmunternden Worte.
Ich gebe auch nicht auf. Ich nehme mir halt einfach auch die Zeit die Planung detailierter zu gestallten. Das hilft vor allem bei der Realisierung Fehler zu minimieren.
Bis jetzt bin ich mit dem Zustand des Gesamtprojekts eigentlich zufrieden.

Das nächste Jahr wird bestimmt besser.

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Re: Investorgespräche, Geschäftsmodelle und Finanzen

Beitrag von odenter » 11.01.2012, 10:14

Ich denke es ist ausschließlich Glück und hat nichts mit harter Arbeit zu tun, siehe Minecraft. Das Spiel ist eigentlich crap und nur ne Kopie von Infiniminer. Er hat halt Glück gehabt.

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Re: Investorgespräche, Geschäftsmodelle und Finanzen

Beitrag von kimmi » 11.01.2012, 10:31

Erfolg besteht meiner Erfahrung nach immer zu 97% aus harter Arbeit und zu 3% aus Glück. Allerdings muß man halt wie schon mehrfach erwähnt auch viel Arbeit in Marketing und dergleichen stecken, will man Erfolg haben. Und das ist nun mal eine Ecke, in der sich gerade Entwickler etwas schwerer tun. Aber merke: ein technisch gutes Produkt allein wird den Erfolg nicht garantieren.

Gruß Kimmi

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Re: Investorgespräche, Geschäftsmodelle und Finanzen

Beitrag von Jofarin » 12.02.2012, 15:29

odenter hat geschrieben:Ich denke es ist ausschließlich Glück und hat nichts mit harter Arbeit zu tun, siehe Minecraft. Das Spiel ist eigentlich crap und nur ne Kopie von Infiniminer. Er hat halt Glück gehabt.
Man darf nicht an den Lottogewinnern festmachen, dass Millionär werden ausschließlich Glück erfordert. Über 90% der Millionäre haben sich das Geld "erarbeitet".
Ja, Minecraft mag ein Glücksfall gewesen sein, aber das gilt halt ausschließlich für die Super-Erfolgreichen. Die normalen Erfolgreichen basieren in der Regel auf Arbeit.



Mal eine andere Frage in die Runde: Hat irgendwer schonmal versucht nem Investor das Spielestudio und nicht nur das aktuelle Projekt schmackhaft zu machen? Weil das erste Projekt ist die höchste Gefahr (man hat am wenigsten Erfahrung) und braucht nur relativ wenig Geld (ein Problem wie ja schon genannt wurde). Wenn man jetzt statt 250k fürs erste Spiel direkt zwei Millionen für vier Spiele "veranschlagt" (100k, 250k, 500k, 1Mio und 150k Reserve), kann man sinnvoll argumentieren, das man sich über die ersten drei Spiele Know-How und Ressourcen aufbaut, damit das vierte Spiel "auf jeden Fall drei Millionen einspielt". Und wenn die Spiele vorher schon ordentlich Gewinn abgeworfen haben gibts schonmal vorher Geld zurück (falls erwünscht). So hätte man auch etwas freiere Hand bei der Zeitplanung, weil man "zur Not" halt nur drei Spiele macht und dafür in das dritte mehr Zeit investieren kann und da ne wirklich runde Sache abliefert oder Mission Packs, Addons und Co.
Und Sicherheiten generiert man so auch, im Falle eines Scheiterns (falls man das Geld nicht komplett zurückzahlen kann) kriegt der Investor wenigstens die IP, welche man über 3-4 Spiele aufgebaut und beworben hat.

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Re: Investorgespräche, Geschäftsmodelle und Finanzen

Beitrag von simbad » 12.02.2012, 16:19

Das mit dem "4 auf einen Streich" funktioniert bestimmt nicht. Ein Investor bezahlt eine Sache und will sehen, das das funktioniert. Alles was darüber hinausgeht ist Spekulation.

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Re: Investorgespräche, Geschäftsmodelle und Finanzen

Beitrag von Jofarin » 12.02.2012, 16:43

simbad hat geschrieben:Das mit dem "4 auf einen Streich" funktioniert bestimmt nicht. Ein Investor bezahlt eine Sache und will sehen, das das funktioniert. Alles was darüber hinausgeht ist Spekulation.
Er investiert in das Spielestudio. Genauso wie man in einen Buchladen oder ein Restaurant investiert. Die müssen auch erstmal Werbung machen und Kundschaft anziehen und Co und sind nicht von Tag 1 an profitabel.

Wobei sich das jetzt bei dir nicht so anhört, als wenn du das schonmal probiert hast. Meine (ernstgemeinte) Frage war ja "Hat das schonmal wer versucht?". Man hat ja schließlich auch Zahlen um den Punkt "Erfahrung sammeln" zu untermauern (Statistik) etc.

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Re: Investorgespräche, Geschäftsmodelle und Finanzen

Beitrag von simbad » 12.02.2012, 18:36

Doch. Ich habe die Erfahrung damit. Die Investoren, die ich getroffen habe, was in anbetracht von einigen 100 nur eine unbedeutende Menge ist, intressiert nicht die Aussicht, was in 10 Jahren an Know-How da ist, sondern was die einzelne Idee abwirft.
Gerade wenn du sonst nichts vorzuweisen hast, ein Projekt, das sich verkauft z.B., kommst du da nicht weit. Ohne dich beleidigen zu wollen und auch garnicht auf dich bezogen, aber enthusiastische Spinner haben die zu hauf.
Mache für die erste Idee einen Plan in dem du beschreibst,was du da entwickelst, wer das für welchen Preis kaufen soll, was du mit dem Geld der Investoren machst. Dann bekommst du bestimmt einen kleinen Betrag und kannst zeigen, das sowohl deine Planungen als auch das Endergebnis deinem Enthusiasmus gerecht wird.
Dann kannst du denen das Große immer noch verkaufen.

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Re: Investorgespräche, Geschäftsmodelle und Finanzen

Beitrag von Jofarin » 12.02.2012, 20:47

simbad hat geschrieben:Dann bekommst du bestimmt einen kleinen Betrag und kannst zeigen, das sowohl deine Planungen als auch das Endergebnis deinem Enthusiasmus gerecht wird.
Das klingt jetzt aber komplett entgegengesetzt zu deinem ersten Post in diesem Thread:
simbad hat geschrieben:4. Es ist schwierig Investitionsvolumen unter 1Mio zu bekommen. Bei weniger ist der Aufwand gemessen am Nutzen zu groß.
Bei weniger kannst du auch zu Bank gehen und ein Kredit aufnehmen. (Empfehlung eines Investors bei meiner Anfrage wegen 250k)

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Re: Investorgespräche, Geschäftsmodelle und Finanzen

Beitrag von Schrompf » 13.02.2012, 10:11

Nein, die beiden Aussagen haben nichts miteinander zu tun. Sie lauteten ja:

a) Investitionsvolumen unterhalb einer gewissen Grenze ist den ganzen Aufwand nicht wert.
b) Eine Reihe von Projekten anstatt eines einzelnen Projektes anzubieten macht das Angebot nicht attraktiver.

Ich sehe da kein Widerspruch.
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Re: Investorgespräche, Geschäftsmodelle und Finanzen

Beitrag von simbad » 13.02.2012, 11:17

@Schrompf: So isses.

ich habe jetzt private Investoren, die mir 200k leihen, aber nur wenn ich zeige, das die erste Idee zu einem Abschluss kommt. Den Abschluss muss ich nun neben meinem bezahlten Job hinbekommen, dann bekomme ich auch die 200k für das nächste (Teil-) Projekt. Die 200k bekomme ich von privaten Investoren, denen es unterm Strich egal sein kann, ob sie das Geld verlieren oder nicht. Aber dennoch weichen die von ihrer Forderung nicht ab. Dennoch gelten die gleichen Regeln wie bei jedem anderen Investor. Erst mal eins. Zeigen das man das kann. Dann das nächste. Wenn die Investition von 200k ein Erfolg wird, dann kann man auch wieder bei den Großen nachfragen.
Man darf mal eins dabei auch nicht vergessen. Die finanzieren mir meinen Lebensunterhalt. Meine Aufgabe ist es im Gegenzug die Software zu entwickeln. Wenns schief geht, ist deren Kohle weg und ich habe 2-3 Jahre lang entwickelt und davon gelebt. Ob das, was am Ende bei rauskommt auch nur einen Cent einbringt, selbst wenn man den Code verkauft oder verschenkt, steht ja völlig in den Sternen. Der einzige, der in jedem Fall gewinnt bin ich, weil ich ja auch noch Know-How erarbeite, das ich dann später wieder in meiner normalen Programmierer Tätigkeit nutzen kann.
Investoren gehen ein Risiko ein, aber sie müssen dabei ein gutes Gefühl haben. Deswegen ist es auch wichtig termingerecht zu arbeiten, weil das das einzige ist, das sie ohne viel Wissen um den Markt oder die Entwicklung, beurteilen können.

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Re: Investorgespräche, Geschäftsmodelle und Finanzen

Beitrag von Artificial Mind » 13.02.2012, 11:24

Wie findet man eigentlich solche Investoren? Gibt es Kontaktportale oder wo kriegt man sowas raus?

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Re: Investorgespräche, Geschäftsmodelle und Finanzen

Beitrag von Schrompf » 13.02.2012, 11:28

Ja, das wär auch meine Frage :-) Wenn ich Grafiker bezahlen könnte, sähe die Welt schon ganz anders aus.
Häuptling von Dreamworlds. Baut an was Neuem. Hilft nebenbei nur höchst selten an der Open Asset Import Library mit.

simbad
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Re: Investorgespräche, Geschäftsmodelle und Finanzen

Beitrag von simbad » 13.02.2012, 11:47

:)
Das war reiner Zufall. Habe einen älteren Herren kennengelernt, dessen Job es war Firmen zu Gründen, anzuschieben und dann in die Freiheit zu entlassen. Bezahlt wird sowas dann in Form einer Beteiligung an dem Unternehmen, die mit ausscheiden des "Anschubsers" an ihn ausgezahlt wird. Der hat halt auch sonst eher Firmen betreut, die mehrere Millionen brauchten was eben dazu führte, das seine Kontakte auch eher in der 1Mio+ spielen.
Hinzukommt, das ihm seine Kontakte wegsterben oder sich zu Ruhe setzen.
Aber er hat dann einfach mal in seinem Bekanntenkreis rumgefragt. Mit Erfolg. Im Moment.
Ganz unabhängig davon, ob das am Ende was wird, habe ich eine Menge dabei gelernt. Wenn ich an die erste Beschreibung meiner Idee denke und dann das rausnehme, was wir an potentielle Investoren verschickt haben, sind das schon Welten.

Erst wenn Phase-2 beginnt und meine privaten Investoren auch Geld überweisen müssen, wird sich zeigen, ob das alles klappt.

Das ist übrigens auch ein Nachtteil bei privaten. Wenn die vergessen dir die Kohle zu überweisen, hast du einfach mal Pech.
Wenn du ein Firma als Investor hast, kann man sich da eigentlich drauf verlassen.

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