MOTIVATIONSPROBLEME

Einstiegsfragen, Mathematik, Physik, künstliche Intelligenz, Engine Design

MOTIVATIONSPROBLEME

Beitragvon Zudomon » 03.06.2014, 13:51

Immer wieder kommt es zu Wochen- oder Monatelangen Entwicklungsstops... oder man fängt etwas an, voller Enthusiasmus und nach den ersten Erfolgen stellt sich Ernüchterung ein und es wird immer weniger daran gemacht... am Ende gar nichts mehr. Also ganz klarer Fall, Motivationsprobleme.
Aber was kann man dagegen tun?
Meiner Meinung nach ist das, was zumindest in der Hobbygemeinschaft am meisten die Projekte ausbremst, wenn nicht sogar ganz abwürgt.

Wie sehr trifft dies auf euch zu? Was tut ihr dagegen? Gibt es dazu vielleicht auch interessante Artikel?
Bild
Benutzeravatar
Zudomon
Establishment
 
Beiträge: 2071
Registriert: 25.03.2009, 08:20

Re: MOTIVATIONSPROBLEME

Beitragvon Tiles » 03.06.2014, 15:16

Schwieriges Thema.

Regelmässigkeit ist da wohl sehr wichtig. Mach das Entwickeln zu einem festen Teil des Tagesablaufs. Wenn du keine Lust auf einen Teil der Arbeit hast dann mach in dieser Zeit halt einen anderen Teil der Arbeit.

Was auch unglaublich demotivierend ist ist gleich den ganzen Berg zu sehen. Natürlich ist es wichtig ab und zu mal inne zu halten und das Grosse und Ganze zu betrachten. Wirklich weiter bringen einen aber eigentlich die vielen kleinen Etappenziele. Und die sollten nicht zu gross gesteckt sein.

Seine Projekte abschliessen ist eine der wichtigsten Sachen überhaupt. Denn nur ein fertiges Projekt gibt die Motivation für das nächste Projekt. Und deswegen sollte man seine Projekte auch so wählen dass sie machbar sind.

Wenn es zu zäh wird, man sich hoffnungslos übernommen hat, und das alles gar keinen Spass mehr macht dann sollte man ein Projekt auch einfach mal beenden. Das sollte aber die Ausnahme bleiben. Siehe oben.
Free Gamegraphics, Freeware Games http://www.reinerstilesets.de
Die deutsche 3D Community: http://www.3d-ring.de
Benutzeravatar
Tiles
Establishment
 
Beiträge: 1096
Registriert: 11.01.2003, 14:21

Re: MOTIVATIONSPROBLEME

Beitragvon antisteo » 03.06.2014, 15:21

Du brauchst ein Belohnungssystem. Am besten eine Community, die dich lobt, wenn du ein cooles Feature eingebaut hast - oder ein Bezahlsystem, wo du siehst, dass du Geld verdienst dadurch, dass du weiterarbeitest.
http://fedoraproject.org/ <-- freies Betriebssystem
http://launix.de <-- kompetente Firma
In allen Posts ist das imo und das afaik inbegriffen.
antisteo
Establishment
 
Beiträge: 766
Registriert: 15.10.2010, 09:26
Wohnort: Dresdem

Re: MOTIVATIONSPROBLEME

Beitragvon Sternmull » 03.06.2014, 18:01

Ich seh das nicht so verbissen. Ich hab glaube ich hab noch kein einziges Hobbyprojekt zum Abschluss gebracht. Aber das Knowhow was ich mir dabei gesammelt hab war mir meist auch Lohn genug. Oft ist es so das ich eine Sache angehe und unterwegs merke das meine Zielvorstellungen und/oder die Vorstellung des Problems nicht mit der Realität übereinstimmen. Dann hab ich was dazu gelernt und wenn es zu arg ist, ist dann erst mal Schluss mit dem Projekt. Auf diese Weise habe ich diverse Projekte herumliegen oder im Hinterkopf zwischen denen ich in großen Zeitabständen wechsel, meistens fang ich aber was Neues an. Ich mach mir mittlerweile auch nicht mehr die Illusion das ich das fertig kriege und sehe mein Ziel auch gedanklich entsprechend: Es geht mir meistens darum was für mich herauszufinden oder einen Ansatz zu prüfen.

Beruflich sieht das natürlich ganz anders aus. Da muss halt so lange geackert werden bis man das Ziel erreicht hat. Diverse Hässlichkeiten und Wochen zähen Vorankommens in denen die grauen Haare und Flüche sich mehren muss man dann halt ggf. einfach durchstehen. Aber so was mach ich nicht freiwillig der Sache wegen, sondern weil ich dafür bezahlt werde. Diese Arbeitsweise wirft zwar auch diverses Knowhow ab das man sich freiwillig nicht angeeignet hätte, aber freiwillig würde ich so was einfach nicht durchziehen.

Die Frage der Motivation ist also eher was fürs Hobby. Und dort kann man die Ziele ja so anpassen das es klappt. Und wenn man keinen Bock drauf hat dann lässt man es halt. Wenn es um die Arbeit geht dann muss man es einfach erledigen, Motivation spielt da keine Rolle. Aber wenn ich mich gezwungener Maßen durch etwas durchbeißen muss, kommt da eigentlich auch automatisch ausreichend Ehrgeiz zustande um das dann auch vernünftig durchzuziehen.
Benutzeravatar
Sternmull
Til
Establishment
 
Beiträge: 264
Registriert: 27.04.2007, 00:30
Wohnort: Dresden

Re: MOTIVATIONSPROBLEME

Beitragvon Krishty » 03.06.2014, 18:14

  • Belohnung à antisteo (oder Regelmäßigkeit à Tiles): Ich habe früher jedes Wochenende Updates für meinen Kram rausgebracht; das innere Schulterklopfen und ab und zu Lob haben dafür gesorgt, dass ich mich genug aufs nächste Release freue um es auch durchzuziehen.
  • Hyper Threading: Ein paar Wochen an einem anderen Projekt arbeiten bis die Schreibblockade im Ersten vorbei ist.
  • Schnappschüsse auf ZFX posten damit sich andere drauf freuen. Baut Druck auf – falls man es wegschmeißen würde, wären auch andere enttäuscht (nicht nur man selber).
  • Jemanden haben, der mitarbeitet und einen hochzieht wenn man unten ist (und umgekehrt). Teams stabilisieren ihre Mitglieder. Falls einem mal GANZ das Kotzen kommt, übernimmt jemand anders. Bietet außerdem alles oben genannte.
Kurz: Hör auf, allein zu arbeiten.
seziert Ace Combat, Driver, und S.T.A.L.K.E.R.   —   rendert Sterne
Benutzeravatar
Krishty
Establishment
 
Beiträge: 6141
Registriert: 26.02.2009, 12:18
Benutzertext: state is the enemy

Re: MOTIVATIONSPROBLEME

Beitragvon Tiles » 03.06.2014, 18:51

Na ob ein Team im Hobbysektor wirklich eine gute Lösung ist? Die meisten Hobbyteams gehen ja aus gutem Grund den Bach runter :)
Free Gamegraphics, Freeware Games http://www.reinerstilesets.de
Die deutsche 3D Community: http://www.3d-ring.de
Benutzeravatar
Tiles
Establishment
 
Beiträge: 1096
Registriert: 11.01.2003, 14:21

Re: MOTIVATIONSPROBLEME

Beitragvon Artificial Mind » 03.06.2014, 20:58

Es geht glaube ich nicht um ein größeres Team, sondern einfach darum, nicht alleine zu sein.

Meine Hobbyprojekte habe ich auch häufig mit einem Freund zusammen gemacht oder zumindest ihn weit genug eingeweiht um mit ihm darüber reden zu können. Hilft meiner Erfahrung nach nicht unwesentlich.
Benutzeravatar
Artificial Mind
Establishment
 
Beiträge: 802
Registriert: 17.12.2007, 18:51
Wohnort: Aachen

Re: MOTIVATIONSPROBLEME

Beitragvon Top-OR » 05.06.2014, 15:04

dc4_snapshot_20060101_320x200.jpg
2006
dc4_snapshot_20060101_320x200.jpg (16.73 KiB) 6678-mal betrachtet

dc4.png
2014


DAS ist ne interessante Frage … ich lade mal meinen Senf auch dazu ab:

Also ich beschäftige mich seit Mitte/Ende der Neunziger mit Grafikprogrammierung. Seither bin ich alleine unterwegs .. Assets und Grafiken kaufe ich teilweise, borge mir Platzhalter aus anderen Projekten oder bastle sie selber (nur 2D).
Ich ERFREU mich immer AN DEM, was ich BISHER GESCHAFFT habe! Auch, wenns im Vergleich zu anderen Projekten oder gar AA-Titeln nicht die Sahne ist! Besonders, wenn ich an die Anfangstage zurückdenke, wo ich stolz war, einen ultra-lahmen Texture-Mappenden-Polygonrasterisierer unter DOS gebaut zu haben und dachte, der Weg zur fertigen Engine sei „nun nicht mehr sooo lang“… Haha. Ja genau!

Aber ich mag Computergrafik einfach .. und besonders, wenn sie nicht „perfekt ist“ und man mit geübtem Auge auch einen Blick durch das fertige Demo hinter die Kulissen „erahnen“ kann…
Dann guck ich mir anderen Demo-, Hobby-, Homegrown oder Indi-Projekte jeglicher Colleur an und hole mir Inspirationen, wie man was am eigenen Krams verbessern könnte, a la:

"Wow, die haben das Feature ... das ist doch garnicht so schwer, das probier ich auch mal."

oder

"Das und das läuft bei mir, aber die Umsetzung lässt sich doch sicher verbessern" (Refactoring, Geschwindigkeit, Stabilität).

Kurz: Ich hole mir Inspiration auch bei anderen Projekten und dann kommt bei mir der "das schaff ich auch"-Effekt!

Ich habe auch monatelang Ruhe, weil ich umziehe, der Job fordert oder oder oder oder … oder … anderen Wichtige Dinge "im Real-Life" eben gerade Aufmerksamkeit brauchen. Frauen sind gut fürs Gemüt, helfen aber einem Projekt auch nicht immer.

Ich empfinde es als angenehm und hilfreich, Leute zu haben, mit denen ich mich fachlich austauschen kann, finde es aber zum jetzigen Stand der Entwicklung meines Projektes (an dem ich seit 2001 rumbastle) eher noch nicht förderlich, ein Team zu haben.

So muss ich nach 6 Monaten Ruhe nur "mich" in den Betriebmodus bekommen und nicht noch gammelnde Coding-Kumpels auf die Spur bringen!
Ich finde, wenn man kein konkretes Ziel (!) hat, ist es schwer, mit mehreren Leuten „darauf“ (auf das nicht vorhandene) hinzuarbeiten. Und mit konkret meine ich konkret und nicht: „Wir wollen dieses Jahr ein OpenWold-Zombie-Fantasy-GTA-MMORPG mit 5 Leuten machen“.

Mir hat es immer geholfen, Dinge und Teilprobleme erstmal fertig gemacht zu haben, bevor ich eine "Pause" mache. Fertig im Sinne, dass es sinnvoll, wenn vielleicht auch nicht perfekt, läuft.
Dann kann man nach der nächsten Pause "entscheiden", ob man sich an einem neuen Feature probieren will oder erstmal den Code von vor ein paar Monaten aufräumt. Meistens bei mir eher das Zweitere ... ;-)

Und wenn man sich dann mal seinen eigenen (vielleicht auch sehr langsamen) Fortschritt anschaut, wird man auch stolz …
Anbei ein Screenshot meiner Engine“ von 2006 (da war gerade skeletale Animationen fertig und ich war stolz wie Bolle) und von heute 2014 mit scene tree inkl. continuos background loading , deferred HDR rendering, per pixel lighting, shadow mapping (directional, point light omnidirectional), large scale terrain tendering + foliage, collision system, scipt language integration, depth of field (und andere Post-Processing-Spielereien) und und und ...

Guckt euch an, WAS ihr geleistet habt und nehmt euch KLEINE Stückchen vor und hört nicht eher auf, bis DAS läuft! Zu große, zu diffuse und zu viele Ziele auf einmal schreien schon danach, dass die Motivation nicht lange vorhält ...

... finde ich!
--
Verallgemeinerungen sind IMMER falsch.
Benutzeravatar
Top-OR
Jens H.
Establishment
 
Beiträge: 307
Registriert: 02.03.2011, 17:32
Wohnort: Esslingen/Dessau

Re: MOTIVATIONSPROBLEME

Beitragvon ponx » 05.06.2014, 18:22

Ich mach im Moment gar nix außer die Sonne genießen und soziales Leben nachholen. Autistenmodus gibt's dann wieder ab Herbst, dann hab ich auch wieder richtig Lust auf mein Projekt. EIn Hoch auf's Motivationsloch! :)
Benutzeravatar
ponx
Andy Ponx
Establishment
 
Beiträge: 215
Registriert: 04.05.2008, 12:52
Wohnort: Hamburg

Re: MOTIVATIONSPROBLEME

Beitragvon kristof » 05.06.2014, 19:59

Ich denke diese Motivationsprobleme hat jeder. Ich ärgere mich heute auch kaum noch wenn mein Stapel abgebrochener oder auf Eis gelegter Projekte um Eines größer wird. Meist habe ich mindestens eine wichtige Lektion daraus gelernt und kann das nächste Projekt als besserer Programmierer angehen.
Auf der anderen Seite ist es natürlich ein unschlagbares Gefühl wenn man mal ein Projekt zu einem Abschluss bringt und es Freunden zeigen kann und nicht nur ein "Sieht nett aus, aber man kanns ja noch gar nicht spielen." zurück kommt. Für mich haben sich hier Game-Jams bewährt. Ich habe jetzt schon häufiger bei Ludum Dare mit gemacht. Der Vorteil ist hier, dass man einen sehr begrenzten Zeitrahmen hat und am Ende tatsächlich etwas spielbares fertig sein muss. Ich nutze das auch immer als Chance die Tools auszuprobieren, die bei diversen Projekten nebenher entstehen. Manchmal merkt man dann, dass eine Design Entscheidung, die man immer für besonders clever gehalten hat in der freien Wildbahn nur Probleme macht...
Also um es kurz zu machen: Ich plädiere für kleine Projekte zwischendurch, die man an einem Wochenende, vielleicht sogar für einem Wettbewerb, fertig bekommt. Das gibt Power für die großen Projekte!
kristof
 
Beiträge: 88
Registriert: 19.01.2009, 14:05

Re: MOTIVATIONSPROBLEME

Beitragvon AyJayKay » 08.06.2014, 23:45

Mich hat die Motivationsfrage auch schon immer gequält. Warum bin ich nicht auch auf die Idee gekommen mal im Forum zu fragen :shock:
Seit kürzerem ist es auch dieses komische Real-Life, welches mich selten zum Programmieren lässt. Mein Kopf ist ständig dabei Pseudocode und Ansätze zu Spucken, aber wenn ich dann mal Zeit hab auf die bisher geschriebenen Zeilen zu starren, denke ich immer "Oach... ich les mich da morgen wieder rein..."
Tiles hat geschrieben:Na ob ein Team im Hobbysektor wirklich eine gute Lösung ist? Die meisten Hobbyteams gehen ja aus gutem Grund den Bach runter :)

Ich habe mein aktulles Projekt drei mal fallen gelassen, weil sich Indie-Teams aus meiner Liga nach Mitstreitern erkundigt hatten. Zwei waren dann doch Anfänger-Flops. (Wenn ich so etwas überhaupt sagen darf :D) Aber einmal hatte ich das Gefühl, es würden einfach nicht alle an einem Strang ziehen. Jeder hat so ein bisschen in seiner Suppe gekocht... die jeweilige Aufgabensuppe; so, dass die Gruppenmotivation weggefallen war.
Weiß der Kuckuck wo der Hund in der Petersilie liegt, dass in meinem Umfeld quasi nur ein Programmierer zu finden ist, mit dem eine solche Zusammenarbeit anstrebbar ist, nur hat der leider das selbe Problem wie ich: Die Zeit neben dem Abitur.
So genug geheult :lol:
Ich woll' eigentlich schreiben, dass ich den Tipp mit den Wochenendprojekten (die WIRKLICH nur Wochenendprojekte sind) wirklich gut finde. Und bestätigen kann (wenn auch erst jetzt, nachdem ich das gelesen habe, bewusst bestätigen kann).
Danke, kristof! Ich bau jetzt irgendeine lustige PhysiX Spielerei... was was auseinanderfällt oder explodiert :P :shock: :o
"Es gibt 10 Arten von Menschen, die die Binär verstehen und die die es nicht tun."
"Hier gibts Code zum Auskommentieren. Wo ist der Praktikant? Hmpf, so müssen sich Lehrer beim Kontrollieren von Arbeiten fühlen..."
AyJayKay
 
Beiträge: 88
Registriert: 01.05.2012, 20:13

Re: MOTIVATIONSPROBLEME

Beitragvon AyJayKay » 10.07.2014, 19:29

Mir ist noch was über den Weg gelaufen: Alte Codes und alten Content nutzen (sofern möglich). Umbauen ja, aber ich finde ganze Blöcke zu kopieren (immer überlesen und anpassen) um einiges schöner als alles neuzuschreiben. Man fängt was an und hat nach einer halben Stunde schon die ersten drei "Milestones" fertig, weil man sowas ähnliches oder Teile schon mal irgendwo hatte...
"Es gibt 10 Arten von Menschen, die die Binär verstehen und die die es nicht tun."
"Hier gibts Code zum Auskommentieren. Wo ist der Praktikant? Hmpf, so müssen sich Lehrer beim Kontrollieren von Arbeiten fühlen..."
AyJayKay
 
Beiträge: 88
Registriert: 01.05.2012, 20:13

Re: MOTIVATIONSPROBLEME

Beitragvon Top-OR » 10.07.2014, 20:10

AyJayKay hat geschrieben:... Umbauen ja, aber ich finde ganze Blöcke zu kopieren (immer überlesen und anpassen) um einiges schöner als alles neuzuschreiben...


Ui ui .. Code kopieren... sag das nicht zu laut. Es gibt Leute, die flippen da richtig mit lautem Mimimi aus - und sie haben garnicht so unrecht. Nur ausflippen ist nicht mehr mehr sooo mein Ding.

Wäre es nicht schlauer, die Codeschnipsel so zu designen, dass du ne kleine (Klassen-)Library hast?
Über was für Fragment-Größen sprechen wir denn hier? 3-Zeiler oder schon komplexere Dinge?
--
Verallgemeinerungen sind IMMER falsch.
Benutzeravatar
Top-OR
Jens H.
Establishment
 
Beiträge: 307
Registriert: 02.03.2011, 17:32
Wohnort: Esslingen/Dessau

Re: MOTIVATIONSPROBLEME

Beitragvon AyJayKay » 11.07.2014, 10:10

Naja, Ansätze bzw. wenn man Algorithmen nochmal braucht. Also "roh" 3-20 Zeilen und mit Veränderungen dann halt mehr.
AyJayKay hat geschrieben:Man fängt was an und hat nach einer halben Stunde schon die ersten drei "Milestones" fertig, weil man sowas ähnliches oder Teile schon mal irgendwo hatte...

Ich mein gerade wenn man etwas ausprobiert, oder sich ein "Mal was anderes machen"-Mini-Projekt vornimmt baut man ja seine Klassen eha unsauber; bei "riesen" Projekten (noch besser: wenn viele am Code arbeiten) wird die "Sauberkeit" früher oder später auch moppelkotze...
Und unabhängig davon: Ich habe noch NIE eine Klasse einfach ganz übernommen. Man braucht doch nur gewisse Logiken und diese müssen ggf. auch leicht abgeändert werden. -> Neie Klasse für ein neues Programm. Außerdem ist so meiner Meinung nach auch mehr Sauberkeit gegeben, als wenn Libraries von anno Dunnemals genutzt werden.

Top-OR hat geschrieben:Ui ui .. Code kopieren... sag das nicht zu laut.

Oh wei... das ist in etwa so schlimm wie { direkt hinter einem if () zu beginnen oder Variablennamen zu verwenden die nur der Programmierer versteht oder Structs für eigene Daten-Sammlungen zu missbrauchen (A ist der Anfang; B der aktuelle Wert; C ist das Ende und D die Geschwindigkeit in dem 4D Vektor) oder der Haufen andere Dinge die man "einfach nicht macht, wenn man ein PROgrammierer ist". Als braäuchte man nie eine Zeile nochmal (in einem anderen Skript) oder ähnlich... schreibt man die dann immer knallhart erneut per Hand?
Aber ich weiß was du meinst, danke für die Warnung :P
EDIT: Das liest sich so aggressiv :D ich meine es heiter ;)
"Es gibt 10 Arten von Menschen, die die Binär verstehen und die die es nicht tun."
"Hier gibts Code zum Auskommentieren. Wo ist der Praktikant? Hmpf, so müssen sich Lehrer beim Kontrollieren von Arbeiten fühlen..."
AyJayKay
 
Beiträge: 88
Registriert: 01.05.2012, 20:13

Re: MOTIVATIONSPROBLEME

Beitragvon Top-OR » 11.07.2014, 13:43

Moin .. nee, ich meinte das auch nicht "aggressiv".

Aber das, was du machst, ist da die "Vorstufe" zu dem, was ich meine. Als ich mit 13/14 die ersten kleinen (Shell-)Scripte und Basic-/Pascal-Progrämmchen geschrieben habe, war Spaghetticode mit ellenlangen Wiederholungen mein zweiter Vorname. Ich glaube, du wirst das schon selbst merken - wenn du das 8. oder 9. Mal innerhalb kurzer Zeit den selben Block kopiert hast, kommt dir bestimmt auch der Gedanke: "Scheisse, warum tue ich das immer wieder? Warum abstrahiere ich den Quark nicht so so, dass ich das geschickt in eine Methode/Funktion kapsle und dann immer nur parametrisiert aufrufe?"

Das ist die Minute, wo das mit dem Programmieren anfängt, ein wenig "magisch" zu werden (Nein, ich bin nicht Steve Jobs)...
Du hast den selben Code (nicht nur den gleichen), rufst ihn aber mit verschiedenen Parametern in leicht unterschiedlichen Kontexten auf. Abstraktion ist das Zauberwort.

Als Programmierer machst da ja nicht nicht, weil es in einem Buch steht oder alle coolen people das so machen und du das deswegen auch machen musst, sondern, weil du stinkend faul bist (also ich jedenfalls ;-) ) und das nur einmal durchdenken willst und dann nur noch den fertigen Krams benutzen willst. Ganze nebenbei strengst du eben mal deinen Kopf an, weil du den Krams ja parametrisiert bauen musst.

Ganz nebenbeo senkt die Benutzung DES SELBEN alten/getesteten Codes deine Fehlerquote. Es ist also bequemer und sicherer, als immer alles neu zu schreiben.

Wenns nur um ne for-Schleife geht .. dann natürlich nicht. Die kannst auch jedesmal wieder neu Schreiben. Aber wenns schon ein kleiner Algorithmus ist, der zum Beispiel aus Strings immer wieder komische Muster raussucht oder was in ne Datei schreibt, kannst ja überlegen, ob sich das vielleicht lieber "kapselst" ... Also wenn deine Blöcke "länger sind, als dein Monitor hoch" (als Faustregel, kann man sich auch drüber streiten, ob weniger besser wäre), würde ich stark empfehlen, über eine Kaspelung nachzudenken...

Weeste, wie ick meene?
--
Verallgemeinerungen sind IMMER falsch.
Benutzeravatar
Top-OR
Jens H.
Establishment
 
Beiträge: 307
Registriert: 02.03.2011, 17:32
Wohnort: Esslingen/Dessau

Nächste

Zurück zu Allgemeine Fragen der Spieleentwicklung

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast