Jammer-Thread

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Mirror
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Re: Jammer-Thread

Beitrag von Mirror »

Lord Delvin hat geschrieben: 11.02.2023, 16:07
Ich würde keinen medizinischen Informationen aus dem Fernsehen trauen. Es gibt kein Grund anzunehmen, dass die besser sind als die zu Informatik & Co wo ich beurteilen kann wie mies das ist. Es würde mich auch wundern, wenn dir hier jemand ernsthaft helfen kann, weil es einfach nicht der passende Fachbereich ist.
Du hast natürlich recht damit das dies nicht das richtige Forum ist, aber ich wollte auch für ein besseres Verständnis werben. Leider existieren viele Vorurteile gegenüber psychisch Kranken, die wie Du schon schreibst auch durch das Fernsehen falsch forciert werden.
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Krishty
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Re: Jammer-Thread

Beitrag von Krishty »

Ich habe die Datenschutzerklärung von Thunderbird gelesen. Jetzt kann ich eigentlich auch direkt bei Office bleiben.

Wollte ich nicht seit ein paar Jahren einen eigenen Mail-Client schreiben? …
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Schrompf
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Re: Jammer-Thread

Beitrag von Schrompf »

Da Du die so bequem gleich verlinkt hast... was ist denn das Schlimme daran? Das einzige Problematische, was ich sehe, ist dass der CoreDump eventuell alles enthält, was auch Deine lokale Version enthält. Der Rest... technische Interaktionen mit dem Programm, Domain der EMail-Adresse... erscheint mir harmlos. Und man kann's ja - im Gegensatz zu Microsoft-Produkten - stressarm abstellen. Ich glaube, der fragt sogar beim ersten Starten, ob Du was dagegen hast, ist also kein OptOut.

Was genau stört Dich denn, und warum?
Früher mal Dreamworlds. Früher mal Open Asset Import Library. Heutzutage nur noch so rumwursteln.
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Re: Jammer-Thread

Beitrag von Krishty »

Schrompf hat geschrieben: 15.02.2023, 11:41Das einzige Problematische, was ich sehe, ist dass der CoreDump eventuell alles enthält, was auch Deine lokale Version enthält.
Probier mal Task Manager -> Rechtsklick auf den Thunderbird-Prozess -> Create Dump File. Das Ding ist, dass da eben nicht nur Thunderbirds direkte Daten drin landen, sondern alles, was alle abhängigen Module aktuell geladen haben – und das ist *mindestens* eine Liste aller offenen Fenster, aber wahrscheinlich der halbe Desktop Window Manager. (Such z. B. mit Hex-Editor darin Developia in UTF-16!)
the state of device memory and execution during the crash
Das liest sich auch nicht so, als würden sie sich bemühen, es nur auf Thunderbird zu beschränken …
Der Rest... technische Interaktionen mit dem Programm, Domain der EMail-Adresse... erscheint mir harmlos.
Welche Knöpfe du wann und wie oft klickst ist harmlos? Für mich nicht. Wenn es die absolute Anzahl der Klicks ohne Uhrzeit über einen Monatszeitraum wäre, okay … liest sich aber nicht so.

Immerhin wird die E-Mail-Domain dem Anschein nach nur beim Einrichten einer Adresse übertragen.
Und man kann's ja - im Gegensatz zu Microsoft-Produkten - stressarm abstellen.
Man muss mindestens zwei Absätze lesen und dann fünf Klicks durch zwei Menüs durchführen. Definitiv Dark Pattern.
Ich glaube, der fragt sogar beim ersten Starten, ob Du was dagegen hast, ist also kein OptOut.
Tat er nicht; er schmetterte mir einfach die Privacy Policy im dritten automatisch geöffneten Tab entgegen. Vielleicht, weil ich keine europäische Region eingestellt habe? Würd’s aber auch nicht besser machen.

Microsoft mag ein Bisschen diabolischer sein, aber das hier ist schon ein Level, für das Microsoft anno 2010 Shitstorms kassiert hat. Übel, wenn das nun schon normalisiert ist.
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Re: Jammer-Thread

Beitrag von Mirror »

Ich habe bei Computeruniverse Speicher bestellt und es kam falscher und auch defekter Speicher an. Bei Kontaktaufnahme per Telefon wird man auf Email verwiesen und wenn ich dann per Email schreibe, wird es dann ignoriert. Ich möchte vor diesem Unternehmen warnen. Ich bin echt sauer. Im Internet wird ja vor denen gewarnt und ich Esel hatte vorher nicht nachgesehen. Das hat man nun davon, wenn man das Billigste nimmt (Preissuchmaschine idealo).
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Jonathan
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Re: Jammer-Thread

Beitrag von Jonathan »

Direkt über die Verbraucherzentrale abmahnen lassen, dafür ist die da. Zum Wohle aller anderen zukünftigen Kunden darf man so Firmen mit sowas nicht durchkommen lassen, einfach in Zukunft dort nicht mehr bestellen reicht nicht, du musst denen weg tun sonst haben sie keinerlei Grund irgendetwas zu ändern.
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Re: Jammer-Thread

Beitrag von Mirror »

Über PayPal hatte ich am Dienstag die Firma angeschrieben und habe dann Gestern einen Konflikt gemeldet und siehe da, die können sich sogar melden. Innerhalb von weniger als einer Stunde kam ein Angebot für eine Rückzahlung gegen Rückversand. Das Angebot nehme ich an und hoffe das ich auch den vollen Betrag zurück bekomme. Nur gut das ich per PayPal bezahlt habe. Für einen Kampf mit denen habe ich einfach nicht die Nerven und mit der Konfliktmeldung über PayPal, so hoffe ich, ist der Fall vorerst für mich erledigt.

Update:

Computeruniverse hat bisher nicht auf meine Rücksendung des Speichers reagiert. Die lassen es echt auf PayPal darauf ankommen.
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Re: Jammer-Thread

Beitrag von Lord Delvin »

Mich die ganze Zeit gefragt, warum ich illegal instruction errors bei der Ausführung von Code bekomme, der eigentlich total gut aussieht. Es stellt sich raus, dass es nicht ganz so gut ist, wenn man einen nullptr in eine VTable reinmogelt :-/
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Re: Jammer-Thread

Beitrag von Jonathan »

std::vector<bool>

argh.
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Re: Jammer-Thread

Beitrag von Mirror »

Habe die letzten Tage mit der Umstellung meines Oculus Accounts auf Meta gekämpft. Leider hatte die Meta Seite Bugs und hat sie immer noch. Bis jetzt kann ich mich nicht mit einem meiner eingestellten Passwörter anmelden. Bis jetzt muss ich jedes mal auf Passwort vergessen gehen und ein neues Passwort angeben. Da dabei auf alte Passwörter geachtet wird, musste ich jedes mal ein neues Passwort eingeben. Damit konnte ich mich dann jedes mal anmelden. Leider hatte ab hier bis Gestern auch hier Meta einen Bug, so dass man nicht weiter kam. Seit Heute konnte ich wenigstens meinen Account ummelden, habe aber in den vergangenen Tagen über 10 Neue Passwörter vergeben. Das Dumme ist nicht nur das der Eingabe-Request keine Auto-Fill vom Browser unterstützt sondern er auch sonst nicht funktioniert.

Fazit: Jede Menge neue Passwörter vergeben, aber nach etlichen Tagen doch noch Erfolg gehabt. Dachte schon Meta will mich aussperren.
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Re: Jammer-Thread

Beitrag von Krishty »

Durch den Econo-Mode ist der Windows-10-Task-Manager endgültig nutzlos geworden.

Überblick zeigt, dass Visual Studio meine CPU zu 49 % auslastet:
Bild

CPU ist aber zu 100 % mit Visual Studio beschäftigt (Lautstärke bestätigt das; im Details-Tab laufen zwölf Compiler-Instanzen mit je 8 % CPU-Last):
Bild

Teilen die für Econo-Mode einfach die CPU-Last durch zwei bevor sie sie anzeigen?! OH LOOK EDGE HAS BECOME SO RESOURCE-FRIENDLY

Edit: Im Überblick zählen sie zu Visual Studio nur sieben der zwölf tatsächlich laufenden Compiler-Prozesse, und nur sechs davon zeigen ihre tatsächliche CPU-Last an. Der Rest wird auf 0 % gesetzt oder versteckt. Das müssen ja ganz tolle Spezialexperten programmiert haben.
Bild

Bild
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Re: Jammer-Thread

Beitrag von Jonathan »

Ehrlich gesagt kann ich mich nicht erinnern wann ich das letzte mal ein Update installiert habe, das tatsächlich gut war, z.B. weil es nützliche Features brachte die ich wollte.

Der Taskmanager war auch vorher schon komisch, oft dreht z.B. mein Laptop-Lüfter hoch, was ja offensichtlich bedeutet dass da gerade irgendwas rechnet und Hitze produziert, aber im Taskmanager war nichts auszumachen.

Ich hab keine Ahnung was die Leute bei MS den ganzen Tag machen. Vermutlich neue Telemetrie einbauen die misst, wie stark die alte Telemetrie das System langsamer macht oder so.
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Re: Jammer-Thread

Beitrag von Jonathan »

Fucking Updates. Ich hasse sie. Es sollte ein Grundrecht auf "keine Updates" geben.

Hab vor längerer Zeit mal Valheim gespielt, aber das ist halt ein Grindfest übelster Sorte. Gut, es gibt vermutlich wesentlich schlimmere Spiele, aber die starte ich halt erst gar nicht., Und Valheim ist halt einfach nicht interessant genug um 50 Stunden das selbe zu machen - ich will nach 10 Stunden das Ende sehen und danach was neues spielen.
Zum Glück gibt es Mods, z.B. Valheim plus, mit dem man die Drop-Rates und das Inventar manipulieren kann. Statt also 1.5 Stunden durch den Wald hin und her zu rennen, könnte ich das jetzt bequem in 10 Minuten erledigen und so tatsächlich Spaß mit dem Spiel haben. Weil, Basisbau ist ja schon nett, aber der Grind nervt mich. Die schöen Welt der PC Spiele, in der man Dinge modden kann. So sollte es sein.

Aaaber, scheinbar ist der Mod zuletzt im Dezember aktualisiert worden (eigentlich gar nicht mal so alt), bloß tut er mit der neuen Valheim version nicht. Und Steam erlaubt es nicht, die Version selbst zu wählen. Man kann nichtmal mehr Game-Updates deaktivieren, das ging damals noch, heute ist das verboten, weil nur Verbrecher ihre Spiele nicht updaten, oder so.

Jetzt habe ich gesucht, und mit viel Tricksereien kann man wohl tatsächlich über Steam auch alte Versionen installieren und auch Updates doch irgendwie verbieten. Aber da muss ich jetzt wieder 2 Stunden investieren, bis der Quatsch hoffentlich tut. Und nächsten Monat kommt dann ein Steam-Zwangs-Update mit dem es wieder nicht mehr geht. Was heute toll ist, ist morgen digitaler Kompost, ein verrotteter Haufen der zu nichts mehr zu gebrauchen ist. Ohne das man selber was verändert hätte.

Updates sind scheiße. Stell dir mal vor du hättest einen Backofen der mit Strom läuft und am nächsten morgen wachst du auf und der Ofen funktioniert nur noch mit Gas aber dein Haus hat gar keinen Gasanschluss. Und du kannst nichts dagegen machen. Dein Ofen ist jetzt wertlos und du kannst nie wieder Brot backen. Das ist genau die Welt in der wir leben und niemand regt sich darüber auf. Wieso eigentlich nicht? Das ist doch dumm. Grundrecht auf Update-Freiheit, jetzt sofort!
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Re: Jammer-Thread

Beitrag von Krishty »

Jonathan hat geschrieben: 16.03.2023, 07:05heute ist das verboten, weil nur Verbrecher ihre Spiele nicht updaten, oder so.
Haha, oh fucking ja. Es begann in den 10ern, als sie anfingen, Nein durch Später oder Nicht jetzt zu ersetzen. Nicht nur bei Updates, sondern generell. Und ZACK hat man überhaupt keine Wahl mehr.
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Re: Jammer-Thread

Beitrag von Jonathan »

Ich hab diesbezüglich mal den Steamsupport kontaktiert. Einfach aus Prinzip. Deren Antwort:

- "Updates are important for compatibility" (haha, fickt euch, Zwangsupdates machen genau das Gegenteil)
- "The game developer distribute the updates, not we" (jaja, schön die Schuld von sich schieben, es wäre trivial die alten Versionen immernoch anzubieten)

Hab nicht wirklich was anderes erwartet, vermutlich braucht es einen vernünftigen Social Media Shitstorm bevor sich was ändert. Weiß nur nicht, wie man sowas organisiert...


Übrigens:
https://support.gog.com/hc/en-us/articl ... roduct=gog
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Re: Jammer-Thread

Beitrag von Alexander Kornrumpf »

Jonathan hat geschrieben: 17.03.2023, 04:40 - "The game developer distribute the updates, not we" (jaja, schön die Schuld von sich schieben, es wäre trivial die alten Versionen immernoch anzubieten)
Wenn ich dir hier ungefragt ein bisschen Kontra geben darf: Typische Ingenieursantwort - was technisch geht ist trivial. Es gibt natürlich neben der technischen auch noch eine legal-Seite zu der Sache und die ist alles andere als trivial (auch wenn ich mir nicht anmaßen will die Details zu kennen - not a lawyer etc.). Nach meiner Erfahrung sind es gerade vermeintliche Verbraucherschutzrechte, die du ja immer mal gerne verschärfen willst, in deinen Beiträgen, die sowas zur Hölle machen.

Die Arbeitsteilung wo der Publisher (ggf. in Personalunion mit dem Developer) die komplette Verantwortung für den Support übernimmt (wie du hier gelernt hast) und Steam die Zahlungsabwicklung etc. macht, kommt ja nicht zufällig - die Publisher würden mit Kusshand nicht die Steam-Tax zahlen - sondern weil das regulatorisch die Hölle ist und deswegen nur geht wenn du entweder einigermaßen groß bist (die großen Publisher haben ja alle eigene Store-fronts, kauf doch bei denen) oder dich halt spezialisiert hast (Valve entwickelt ja famously schon lange keine Spiele mehr)

Wenn ich ein Spiel auf meine Webseite hinter eine Paywall stelle und einen Paypal-Link daneben, dann klagt mich mit 100%-iger Sicherheit irgendein Arschloch in Grund und Boden, weil ich die US-Sales-Tax nicht richtig ausgewiesen habe oder so. Denn, du musst wissen, es schützt den US-Verbraucher ungemein, wenn das alles richtig ausgewiesen ist. Den Stress will halt keiner haben.

Dass es aus Sicht des Developers überdies auch technisch nicht ganz trivial ist, X versionen zu supporten statt einer, sollte eigentlich auch einsichtig sein. Es ist ja nicht so, dass Steam das den Developern verbietet. Und nein, natürlich kannst du nicht alte Versionen dann trivial "ohne Support" anbieten. Das versteht der Verbraucher nicht, dass er selbst mal irgendwann vor zwei Jahren das Update abgeschaltet hat und deswegen jetzt nichts mehr geht. Und dann hast du einen "vernünftigen Social Media Shitstorm" an der Backe.
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Re: Jammer-Thread

Beitrag von Jonathan »

Hm, ich bin mir nicht sicher, ob ich die beiden mittleren Absätze verstanden habe. Gut, Steam wickelt den Kauft ab und das ist bequem, schon klar, aber was hat das mit irgendwelchen Versionen zu tun?

Zum zweiten Punkt, "nicht ohne offiziellen Support": Ne, sehe ich leider so gar nicht ein. Also das Gegenteil ist doch schon lange der Fall. Erstens gibts z.B. bei Steam schon Beta-Channels, die soweit ich weiß, ohne Support sind (ich hab das nicht nachgelesen, aber alles andere wäre ja totaler Quatsch, es ist schließlich eine Beta). Zweitens gibts ja sogar schon Early Access, wo halt nicht nur eine optionale Version, sondern das ganze Produkt noch nicht unbedingt tut, was es soll. Und drittens hat man jahrelang Spiele auf CD Roms gekauft, da gabs auch nicht ständig Patches (weil ja Leute auch noch kein Internet hatten, etc.). Und viertens hören Hersteller ja trotzdem einfach random auf, ihre Produkte zu supporten. Weils letztendlich aus deren Sicht einfach egal ist. Und wann ist das letzte mal irgendeinem Hersteller deshalb irgendetwas schlimmes passiert? Microsoft musste mal alte Windowsversionen länger supporten als sie wollten, die haben sich daran aber auch eine durch Steuergelder finanzierte Goldene Nase dran verdient, weil es halt irgendein Amt war, dass den Umstieg einfach nicht auf die Reihe bekommen hat. Ansonsten fällt mir kein einziges Beispiel ein.

Und überhaupt: Woher kommt eigentlich das ganze Gerede, dass Spiele sofort kaputt gehen und es keine Kompatibilität mehr gibt, sobald man mal einen Monat lang keinen Zwangspatch installiert? Das passiert doch in der Regel nur, wenn zwischendurch drei neue Windowsversionen rausgekommen sind. Ich hab viele Spiele die leider nicht mehr laufen, aber die sind alle mindestens 10 oder 15 Jahre alt.

Es ist ja ok, wenn die Standardeinstellung "Immer alles sofort updaten" ist. Dann funktioniert es ja auch bei jedem, der kein Bock hat sich mit der Materie zu beschäftigen. Ich bin nicht gegen Updates, sondern gegen Zwangsupdates.
Ich hätte ja auch nicht wirklich ein Problem gehabt, wenn ich nicht versucht hätte, Mods zu installieren, aber damit bin ich halt schon in der Kategorie der Menschen, die sich eben mit der Materie beschäftigen und für die Sprüche wie "Zwangsupdates sind erforderlich um Kompatibilität sicherzustellen" eine inhaltsleere Beleidigung sind.


Übrigens: Während ich all das oben als sehr vernünftig betrachte, will ich trotzdem noch eine weitere Forderung in den Raum werfen, die sicherlich kontroverser ist: Jedes Produkt, das sein Supportende erreicht hat, muss Open Source werden. Wird kein Geld mehr daran verdient, gibts keinen Schaden. Und es gibt dutzende Beispiele, in denen die Community sehr sinnvolle Änderungen vornimmt, nicht nur grundsätzliche Kompatibilität, sondern z.B. auch Quality of Life Features.
Und dann könnte man gleich noch argumentieren, dass Computerspiele, zumindest ab einer gewissen Popularität teil der menschlichen Kunstgeschichte sind, was damit einhergeht, dass dem Hersteller gewissen Pflichten auferlegt werden. Vergleichbar mit Denkmalschutz, der ja auch deine Rechte an deinem Eigentum einschränkt. Sprich Zugang und Archivierung muss sichergestellt sein.
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Jonathan
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Re: Jammer-Thread

Beitrag von Jonathan »

Nachtrag: Es geht mir bei "man sollte alte Versionen installieren können" auch nicht unbedingt in erster Linie um Kompatibilität, sondern auch darum, dass manchmal Änderungen am Spiel vorgenommen werden, die einem einfach nicht gefallen und dann kann man nicht mehr anders. Z.B. hatte Half Life 1 (oder vlt. die Demo davon) irgendwann mal neue HD Models bekommen, die manche besser finden, anderen aber die Nostalgie kaputt machen. Oder dieses WarCraft 3 Remake, das schlechter als das Original ist, dieses aber komplett ersetzt hat.
Und ich meine, ich erwarte ja gar nicht so viel. Ich sag ja nichmal, dass man sich bei Multiplayerspielen die Version frei aussuchen dürfen müsste (wäre natürlich gut aber ich sehe ein, dass das kompliziert wird), oder dass das Content Delivery Network jede Uraltversion mit maximaler Geschwindigkeit vorhalten muss oder so. Ich erwarte einfach nur, dass man auf Wunsch die Möglichkeit hat, eine alte Version nochmal irgendwie zu installieren und dass nicht einfach Dateien auf meiner Festplatte überschrieben werden, ohne dass ich danach gefragt werde.
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Re: Jammer-Thread

Beitrag von joeydee »

Das ist natürlich verständlich.
Der letzte Satz "... dass nicht einfach Dateien auf meiner Festplatte ..." erinnert mich wieder daran, dass viele Menschen "gekaufte" Software gerne als ihr "Dateneigentum" begreifen. Was sie aber vertraglich ja nicht ist, also weder gekauft noch Eigentum, sondern lizensiert für Nutzung und damit praktisch nur gemietet, und damit wohl auch nicht völlig unantastbar.
Vielleicht ein bischen wie bei einer Mietwohnung, da darf der Vermieter zwar nicht ungefragt unangemeldet jederzeit rein, aber du kannst z.B. Sanierungen am Haus nicht ablehnen, ob sie dir passen oder nicht, und bei Eigenbedarf kann sie dir (mir Vorlaufzeit) unter dem Arsch weggezogen werden. (Sicher fängt der Vergleich schnell an zu hinken, brauchen wir nicht drauf einzugehen, fiel mir nur so gerade ein. Ich bin Eigentümer, sozusagen der eigene Open-Source-Fork einer Wohnung, aber ab dann auch für jeden Kleinscheiß verantwortlich vor dem Gesetz und bei Gesetzesänderungen (==neues "Betriebssystem"). Ich sag aktuell nur: Ölheizung. Aber anderes Thema).

Trotzdem habe ich da mit Software und "Updates" auch meine schlechten Erfahrungen gemacht. Vor Jahren die Adobe-Suite (u.a. Photoshop) für teures Geld fürs private Hobby gekauft (sorry: lizensiert), dann wurde irgendwann das Abo-Modell eingeführt, was sich für meine sporadischen Zwecke einfach nicht lohnt. Seitdem ließ sich die gekaufte Software nicht mehr auf einem anderen Rechner installieren, da der alte Lizenz-Dienst eingestellt war. Der Dialog-Bug machte dann die Bedienung selbst alter gecrackter Versionen auf neueren Systemen praktisch unbedienbar. Seitdem auf ein Non-Abo-Modell eines anderen Anbieters und zusätzlich auf eine freie Software umgestiegen, aber es ist nicht dasselbe, manche meiner Workflows sind einfach gestorben, kaputt. Seitdem kaum mehr was im Digital Painting Bereich gemacht.
Weiteres Beispiel: Flash-Player eingestellt. Flash war für mich eine sehr bequeme Mini-Grafikengine. Viele alte Code-Projekte sind praktisch wertlos. Ok, aufs falsche Pferd gesetzt, hätte ja auch nochmal boomen können als sie 3D eingeführt haben. Habe aber damals vieles auf C# portiert was mir wichtig war, da ich die Flash-eigenen Utilities sowieso nicht nutzte, nur deren Code-Lib, das ließ sich ersetzen.
Zwei Beispiele, wo es nicht nur um unliebsame Kosmetik ging, sondern ganze Projektzweige gestorben sind. Da heißt es eben, friss oder stirb. Ich rege mich da nicht mehr auf, ist es einfach nicht wert wenn man sowieso nichts ändern kann. Ein kleines Gefühl der Trauer bleibt aber.
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Re: Jammer-Thread

Beitrag von Alexander Kornrumpf »

Jonathan hat geschrieben: 19.03.2023, 06:53 Hm, ich bin mir nicht sicher, ob ich die beiden mittleren Absätze verstanden habe. Gut, Steam wickelt den Kauft ab und das ist bequem, schon klar, aber was hat das mit irgendwelchen Versionen zu tun?
Ich denke ich sehe deinen Punkt hier, vielleicht ist das tatsächlich nicht so super relevant für deine ursprüngliche Frage. Ich betrachte das allerdings ein bisschen anders: dein Erlebnis mit dem Steam-Support wirft für mich zwei Fragen auf:

(1) Die Frage die du implizit selbst gestellt hast, ob es stimmt, dass die Verantwortung beim Hersteller liege. Ich denke, dass es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in einem rechtlichen Sinne sehr wohl stimmt, unabhängig davon was technisch möglich wäre. Steam hat jedenfalls auch keinen Grund dir hier ein besseres Erlebnis zu liefern solange sie (a) die Verantwortung an den Hersteller abschieben können, was mindestens einige Verbraucher ja auch glauben werden und (b) nicht viel Angst haben müssen, dass du woanders kaufst.

(2) Wieso sind bei einem digitalen Gut überhaupt zwei Parteien involviert, die sich gegenseitig die Verantwortung zuschustern können und wieso disruptiert das nicht mal ein start-up in Grund und Boden? Hier ist meine Theorie, dass es paradoxerweise (natürlich als einer von mehreren Gründen) Verbraucherschutzregularien sind, die diese für den Verbraucher nachteilige Situation begünstigen.
Zum zweiten Punkt, "nicht ohne offiziellen Support": Ne, sehe ich leider so gar nicht ein.

[...]
Ich habe bis jetzt immer an Produkten gearbeitet, bei denen die Kunden Bugs melden konnten und dies auch getan haben. Ich bin mir aus Erfahrung sehr sicher, dass dieses Unterfangen um Größenordnungen weniger komplex wird, wenn du immer nur genau eine Version draußen hast. Vielleicht hast du auf Herstellerseite andere Erfahrungen gemacht, ich weiß es nicht, dass die Kundensicht nicht immer der Herstellersicht entspricht ist wahrscheinlich nicht überraschend.

Dein Gegenargument scheint im Wesentlichen zu sein, dass das keine Rolle spielen kann, weil die Hersteller ja sowieso nichts tun, wenn jemand einen Bug meldet. Ich bin mir nicht sicher ob das stimmt und es ist auch ein bisschen selbstwidersprüchlich mit deiner eigenen Position denn die meisten Updates die dich stören sind ja Bugfixes. Wenn die Hersteller gar nichts tun würden, gäbe es überhaupt nie Updates, logischerweise.
Es ist ja ok, wenn die Standardeinstellung "Immer alles sofort updaten" ist. Dann funktioniert es ja auch bei jedem, der kein Bock hat sich mit der Materie zu beschäftigen. Ich bin nicht gegen Updates, sondern gegen Zwangsupdates.
Ich hätte ja auch nicht wirklich ein Problem gehabt, wenn ich nicht versucht hätte, Mods zu installieren, aber damit bin ich halt schon in der Kategorie der Menschen, die sich eben mit der Materie beschäftigen und für die Sprüche wie "Zwangsupdates sind erforderlich um Kompatibilität sicherzustellen" eine inhaltsleere Beleidigung sind.
Da stecken mir zuviele Annahmen drin, die ich alle nicht teile. Ist aber auch egal, am Ende des Tages wird es eine Kombination aus ökonmischen Anreizen sein, die diese Situation entstehen lässt. Ich glaube wo unsere Meinungen (auch in früheren Beiträgen) auseinandergehen ist eben, dass diese ökonomischen Anreize nicht immer schlecht für den Kunden sein müssen - es kann halt auch einfach sein, dass deine mod kaputt geht, weil der Hersteller für die Mehrheit seiner Kunden einen Bug fixt - und dass Regularien die den Kunden in so einer Sitruation vermeintlich schützen sollen oft unagenehme Nebeneffekte haben - siehe Ausführungen über Steam.
Jonathan hat geschrieben: 19.03.2023, 07:36 Ich erwarte einfach nur, dass man auf Wunsch die Möglichkeit hat, eine alte Version nochmal irgendwie zu installieren und dass nicht einfach Dateien auf meiner Festplatte überschrieben werden, ohne dass ich danach gefragt werde.
Das sind bei näherer Betrachtung zwei sehr verschiedene Wünsche. Diese Wahl ist halt nicht Gratis. Im ersten Teil schon trivialerweise in Begriffen von Plattenplatz (der sehr billig ist aber wenn du Steam bist und das für alle Spiele machen willst kommt schon was zusammen) aber auch im zweiten Teil eben in Begriffen von Supportaufwand (der entgegen dem was du zu glauben scheints nicht bei Null ist).

Anekdote am Rande: EA hat irgendwann in den letzten Jahren Origin (also deren Store, nicht das Origin, das damals Wing Commander (?) entwickelt hat) durch die "EA-App" ersetzt. Ich benutze das jetzt nicht täglich, also ist mir das erst neulich aufgefallen, und mein Account - unter dem ich halt auch Spiele "besitze" - funktionierte nicht mehr. Ich ging davon aus, dass da einer in der Datenbank einen Haken falsch gesetzt hat oder so und kontaktierte folglich den Support. Es war nicht schön. Ich verstehe schon wo du herkommst. Ironischerweise zeigt das aber eher wie gut Steam im Vergleich ist.

Ich will sicherlich nicht behaupten, dass alles gut ist. In erster Linie wollte ich mal gegen diese "was technisch geht ist trivial" Denke anschreiben, wie in der ersten Antwort auch schon gesagt. Es ist eben legal und ökonomisch nicht unbedingt trivial.

Um jedoch noch einen draufzusetzen: Den mit _großem_ Abstand meisten hassle habe ich nach updates von OpenSource Produkten. Und auch in deinem Fall könnte man wohl argumentieren, dass die inkompatible Komponente wohl eher nicht das Produkt selbst war (das ja die API de facto definiert) sondern eben die schlecht supportete Mod. Das Argument, dass Hersteller in der Pflicht sind zu jeder Mod kompatibel zu bleiben ist dagegen sehr schwer zu machen.
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Re: Jammer-Thread

Beitrag von Lord Delvin »

Alexander Kornrumpf hat geschrieben: 19.03.2023, 09:47 Ich will sicherlich nicht behaupten, dass alles gut ist. In erster Linie wollte ich mal gegen diese "was technisch geht ist trivial" Denke anschreiben, wie in der ersten Antwort auch schon gesagt. Es ist eben legal und ökonomisch nicht unbedingt trivial.
Wenn du das nicht verhinderst, dann werden dich Kunden fragen, warum sie mit Starcraft 1 keinem Starcraft 2 Server joinen können. Es gibt Software, bei denen so Anfragen bearbeitet werden. Normale Endkundensoftware hat aber zu geringe Lizenzkosten um das zu können. Ernsthaft, bei 15€ für ein Spiel kannst du einmal den Support anrufen und dein Problem erklären und der Publisher hat Verlust gemacht. Wenn du sowas haben willst, dann musst du allen beteiligten die entstehenden Personalkosten erstatten.

Jonathan hat geschrieben: 19.03.2023, 06:53 Übrigens: Während ich all das oben als sehr vernünftig betrachte, will ich trotzdem noch eine weitere Forderung in den Raum werfen, die sicherlich kontroverser ist: Jedes Produkt, das sein Supportende erreicht hat, muss Open Source werden. Wird kein Geld mehr daran verdient, gibts keinen Schaden. Und es gibt dutzende Beispiele, in denen die Community sehr sinnvolle Änderungen vornimmt, nicht nur grundsätzliche Kompatibilität, sondern z.B. auch Quality of Life Features.
Und wie bitte willst du entscheiden, ob daran Geld verdient wird? Du hast ja neben den Lizenzen noch andere Möglichkeiten Geld zu verdienen. Z.B. 20 Jahre später ein Remake veröffentlichen, Frenchise gebühren, Codestrecken verticken, Assets verticken. Du siehst hier nur dich, aber die Welt ist hier viel größer und komplexer.

Jonathan hat geschrieben: 19.03.2023, 06:53 Und dann könnte man gleich noch argumentieren, dass Computerspiele, zumindest ab einer gewissen Popularität teil der menschlichen Kunstgeschichte sind, was damit einhergeht, dass dem Hersteller gewissen Pflichten auferlegt werden. Vergleichbar mit Denkmalschutz, der ja auch deine Rechte an deinem Eigentum einschränkt. Sprich Zugang und Archivierung muss sichergestellt sein.
Bitte höre auf, Konzepte, die nur Probleme machen, auf Software zu übertragen. Das führt nur dazu, dass man noch größere rechtliche Hürden hat und noch weniger gute Leute Lust haben in dem Bereich tätitg zu werden.
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Beitrag von Jonathan »

Alexander Kornrumpf hat geschrieben: 19.03.2023, 09:47 ...
Danke für die Ausführungen, jetzt verstehe ich das besser. Ich finde alles was du schreibst gut und es macht auch alles Sinn. Aber irgendwie, ach.
Zu sagen, Festplatten für alte Versionen vorzuhalten ist zu teuer, ist so als würden im Restaurant die Servietten und das Salz extra kosten. Klar, kann man machen, ist auch irgendwo verständlich, es sind ja wirklich reale Kosten. Aber irgendwie halt auch insignifikante und wenn man nicht gerade der Monopolist ist, der eh machen kann, was er will, dann könnte man sowas Zwecks Kundenzufriedenheit auch einfach anbieten.
Aber es ist ja nichtmal hauptsächlich so, dass sie mir einen Service nicht anbieten, der eigentlich drin sein sollte, sondern dass sie aktiv etwas tun, was ich nicht will. Es kostet Steam ja sogar real Bandbreite wenn ich mir ein Update sauge, das ich nie haben wollte. Und an dieser Stelle sag ich halt, dass es eh schon so viele Situationen gibt, in denen es kein Support gibt, dass einfach mal nichts schlimmes passieren würde, wenn es keinen Support gäbe. Letztendlich erwarte ich sozusagen einfach nur, dass der Hersteller einfach absolut gar nichts tut. Aber das bleibt mir verwehrt.
Oder um es nochmal ganz platt zu sagen: Wenn ich mir ein Brot kaufe und es zuhause liegen lasse und es anfängt zu schimmeln, dann gehe ich damit nicht zum Bäcker und beschwere mich, weshalb das Brot nicht länger hält. Wenn der Bäcker in der Nacht zu mir nach Hause kommt und auf mein Brot pinkelt, dann gehe ich aber sehr wohl am nächsten morgen zu ihm und werde dann auch sehr wütend sein.

Lord Delvin hat geschrieben: 19.03.2023, 11:23
Und wie bitte willst du entscheiden, ob daran Geld verdient wird? Du hast ja neben den Lizenzen noch andere Möglichkeiten Geld zu verdienen. Z.B. 20 Jahre später ein Remake veröffentlichen, Frenchise gebühren, Codestrecken verticken, Assets verticken. Du siehst hier nur dich, aber die Welt ist hier viel größer und komplexer.

...

Bitte höre auf, Konzepte, die nur Probleme machen, auf Software zu übertragen. Das führt nur dazu, dass man noch größere rechtliche Hürden hat und noch weniger gute Leute Lust haben in dem Bereich tätitg zu werden.
Ja, deswegen meinte ich ja, dass es ab hier kontrovers wird. Es ist furchtbar schwierig das sinnvoll zu definieren. Aber von einer abstrakten Perspektive aus sehe ich halt, dass es ein Problem gibt (Dinge, die man beliebig verlustfrei kopieren kann, schimmeln vor sich hin, bis sie keiner mehr nutzen kann), für das es eine Lösung gäbe (gebt Menschen die Möglichkeit den Schimmel zu behandeln, e.g. Zugang zum Source-Code), hab dann aber nicht ausreichend lange darüber nachgedacht und recherchiert, wie man diese Lösung umsetzen könnte. Vermutlich bedarf es dafür mehr als einen Juristen, realistisch gesehen werde ich dazu also ohne tausende Stunden investierter Zeit nichts beisteuern können, worauf man dann direkt so ein Gesetz machen könnte.
Aber: Deshalb zu sagen, das sei alles Quatsch, führt ja auch zu nichts. Vielleicht ist die Lösung oder ihre Implementierung Quatsch, aber das Problem bleibt ja genau so real und relevant. Und vielleicht muss man einfach nur lange genug nach einer Quatsch-Lösung schreien, bis sich jemand, der in der Lage dazu ist, mal hinsetzt und die richtige Lösung aufschreibt. Und alles was ich dazu beitragen kann ist halt zu sagen, dass das endlich mal jemand tun muss. Und das ist ja auch schonmal was.
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Re: Jammer-Thread

Beitrag von Jonathan »

joeydee hat geschrieben: 19.03.2023, 09:30 Der letzte Satz "... dass nicht einfach Dateien auf meiner Festplatte ..." erinnert mich wieder daran, dass viele Menschen "gekaufte" Software gerne als ihr "Dateneigentum" begreifen.
Ich hatte deine Antwort vorhin übersehen, wollte aber tatsächlich etwas ganz ähnliches als Nachtrag schreiben:

Ich denke, dass was mich (vermutlich unterbewusst) am meisten Aufregt, die eigentlich zugrunde liegende Fragestellung ist, wie wir digitale Güter betrachten. Irgendwo anders las ich dazu mal eine schöne zusammenfassung: Privatbesitz wird abgeschafft. Heute sind deine Spiele auf Steam, deine Filme auf Netflix, deine Musik auf Spotify und so weiter. Du kannst nicht mehr besitzen, nur noch Mieten, willst oder kannst du die Miete nicht mehr bezahlen, wird dir alles weggenommen.
Privatbesitz sollte schonmal abgeschafft werden, damals war der Grundgedanke aber der Sozialismus, d.h. das Wohl aller. Unabhängig vom Ausgang, ist heute aber die Idee, das nicht die Allgemeinheit, sondern einige wenige Firmen alles besitzen. Und wir als Gesellschaft müssen uns überlegen, was wir für unsere Gesellschaft wollen.

Es ist ja nicht so, dass ich mich zwischen Mieten und Kaufen entscheide. Es gibt ja nur noch mieten. Es gibt zwar momentan noch einige Alternative, aber was mich beunruhigt ist der Kurs den das alles nimmt. Denn Unterhaltung ist fast ein bisschen wie Wohnen es ist ja absurd von jemanden zu erwarten, auf sämtliche digitale Güter zu verzichten. Die Welt wird ja auch mehr und mehr digital. Privatbesitz wird gerade abgeschafft.

Heute ist mein Standpunkt ja noch, dass die Festplatte ja mir gehört und es mein Recht ist zu entscheiden, welche Daten da drauf sind. Mit Cloud-Computing stellt sich die Frage schon irgendwie nicht mehr. Und bei Spielen und Filmen fängt es ja erst an, aber mit Dingen wie Google-Docs und dem ganzen Adobe-Krebsgeschwür hast du ja nicht nur keinen Besitz mehr an Dingen die du gekauft hast, sondern du hast auch keinen Besitz mehr an Dingen, die du selber erschaffen hast.

Die Politik hat durch ihr Unvermögen und ihre Trägheit ihr Gewaltmonopol in der digitalen Welt quasi aufgegeben (bzw. sie hatte es ja nie). Ich meine, schaut euch doch mal die Datenschutzdebatte an, die seit mindestens 10 Jahren geführt wird und es wurde immer noch nicht geschafft, Facebook mal irgendwie sinnvoll zu regulieren. Datenschutz war zu abstrakt als das es die meisten verstanden hätten. Und heute wachsen Kinder mit der Selbstverständlichkeit auf, dass man Bilder die man gemalt hat, natürlich nur noch dann öffnen darf, wenn man monatlich dafür bezahlt. Und niemand regt sich darüber auf. Deshalb müssen wir darüber reden und als Gesellschaft gemeinsam die Dinge umsetzen, die wir haben wollen. Denn ansonsten setzen die Firmen die Dinge um, die sie haben wollen.
joeydee hat geschrieben: 19.03.2023, 09:30 Ich rege mich da nicht mehr auf, ist es einfach nicht wert wenn man sowieso nichts ändern kann. Ein kleines Gefühl der Trauer bleibt aber.
Wie schön. Hoffentlich sag ich das so in 10 Jahren auch. Aber ich habe leider zweifelt, weils halt schon irgendwie wichtig ist...
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Re: Jammer-Thread

Beitrag von Jonathan »

@Moderatoren: Die Diskussion könnte man eigentlich mal in ihren eigenen Thread abspalten.
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Re: Jammer-Thread

Beitrag von Alexander Kornrumpf »

Jonathan hat geschrieben: 19.03.2023, 16:53 Wenn ich mir ein Brot kaufe und es zuhause liegen lasse und es anfängt zu schimmeln, dann gehe ich damit nicht zum Bäcker und beschwere mich, weshalb das Brot nicht länger hält. Wenn der Bäcker in der Nacht zu mir nach Hause kommt und auf mein Brot pinkelt, dann gehe ich aber sehr wohl am nächsten morgen zu ihm und werde dann auch sehr wütend sein.
Ja, du. Die Welt ist voll von Leuten, die sich sehr wohl beschweren würden, wenn sie in dieser Metapher selbst das Brot haben liegen lassen und du kannst beim Verkauf nicht zwischen den beiden Gruppen differenzieren. Diese Leute sind auch (mit) dafür verantwortlich dass Kundenservice so schlecht ist (um sie nicht noch zu ermutigen). Es gibt doch immer so Foren und Reddits wo CS-Leute von ihren "schönsten" Kundenerfahrungen berichten. Einfach mal googlen.

Wenn der Hersteller mit einem Update dich wütend macht aber 10 von den anderen davon abhalten kann vorstellig zu werden, hat er "Gewinn" gemacht.
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Re: Jammer-Thread

Beitrag von Krishty »

Visual Studio IntelliCode (also die KI-Autovervollständigung) migriert von Markov-Ketten zu Deep Learning. Das ist wahrscheinlich eine Gute Idee; inhaltlich möchte ich es nicht bewerten. Krass finde ich die Formulierung der Ankündigung. Die liest sich mal richtig krass 1984:
While users were still able to access the repository-associated team & personal models in Visual Studio 2022, the team wanted to conclusively prove that the deep learning model was better even for custom code.

With the confidence from telemetry in hand, the option to train a custom model is now disabled.

All Visual Studio 2022 users will automatically switchover to using the improved deep learning model – including those who had previously trained custom repository-associated team & personal models.
„Wir haben euch überwacht und anhand dieser Daten entschieden, dass unser Modell besser ist als eure. Eure Modelle werden ab sofort automatisch nicht mehr benutzt. Auch nicht selber trainierte.“
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Re: Jammer-Thread

Beitrag von Schrompf »

Einen Urlaub im Ausland gebucht. Boah, wie ich die Welt schon wieder hasse. Die Ziel-Unterkunft will tausend persönliche Details von allen Mitreisenden haben, inklusive Personalausweisnummer. Sie behauptet auf der einen Stelle, dass das "eine bessere Erfahrung ermöglicht" und den ganzen Kram, bei dem Einem die Alarmglocken schrillen. Sie behauptet auf der anderen Seite, dass das erforderlich ist, sonst kriegt man den Schlüssel nicht. Hm.

Und dann die Bezahlung: bissl über 4T€, ist halt ne einmalige Sache. Aufgeteilt auf 2k und 2,1k. Erste Transaktion mit Kreditkarte in der Banking-App bestätigt, geht durch. Zweite Transaktion geht laut App auch durch, laut Empfängerbank wurde sie von meiner Bank verhindert. Ich entdecke die Tages- und Wochenlimits in der App, erweitere sie passend, probiere es nochmal: wieder lügt die App, dass die Transaktion rausgegangen wäre, wieder beschwert sich die Empfängerbank. In den Kontenbewegungen taucht nur die erste Transaktion auf.
Die App weiß von nichts, keine Nachrichten, keine Sperrungen, nix. Die Support-Hotline meint, genau die PIN, mit der ich gerade den ganzen Mist immer wieder authorisiert habe, sei ungültig. Und anstatt mich trotzdem zu nem Menschen durchzulassen, verhöhnt sie mich nur, dass ich ja in Ruhe die richtigen Zugangsdaten suchen könne und dann nochmal anrufen soll. Normalerweise würde ich ja mein Geld irgendwo anders hingeben, wenn ich so frech belogen werde, aber wohin denn? Geht doch nirgendwo mehr anders, und diese Pfeiffen wissen das ganz genau.
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Re: Jammer-Thread

Beitrag von Jonathan »

Was denn für ne App? Wieso muss man Urlaub heute per App buchen?
Ich benutze mittlerweile tatsächlich leider normalerweise booking.com was als Monopolisten-Mafia natürlich der Teufel ist, aber das halt eher den Anbietern gegenüber. Als Kunde ist es, bis auf die üblichen Anti-Features und psychologische Kriegsführung ("Nur noch 1 Zimmer verfügbar. 5 andere schauen sich auch gerade dieses Zimmer an! Jetzt schnell buchen! SOFORT!") (aber was will man vom Teufel auch anderes erwarten) tatsächlich von der Usability her recht gut ist.
(Ich würde lieber ohne auskommen und direkt persönlich buchen, aber ich brauche halt diesen Katalog der quasi alle verfügbaren Unterkünfte auflistet und vergleichbar und filterbar macht...)
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Re: Jammer-Thread

Beitrag von Jonathan »

Krishty hat geschrieben: 21.03.2023, 21:38„Wir haben euch überwacht und anhand dieser Daten entschieden, dass unser Modell besser ist als eure. Eure Modelle werden ab sofort automatisch nicht mehr benutzt. Auch nicht selber trainierte.“
Wir IntelliCode dann auf meinem Quellcode trainiert? Was sind so die üblichen Schalter um bei VS Telemetrie zu verhindern?
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Re: Jammer-Thread

Beitrag von Krishty »

Jonathan hat geschrieben: 22.03.2023, 15:42Wir IntelliCode dann auf meinem Quellcode trainiert?
Der Artikel betont mehrfach, dass dein lokaler Code niemals bei Microsoft landet, auch nicht als trainiertes Modell. Offenbar ist Deep Learning ohne Training auf eine bestimmte Codebase Markov-Ketten mit Training auf eine bestimmte Codebase überlegen. Jedenfalls laut Microsoft.

Die Schalter kenne ich nicht. Ich schaue einfach, welche Hintergrundprozesse VS startet, und lösche dann deren EXEs weg. Wenn was kaputtging, mache ich’s rückgängig.
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