Deutschland - Ein neues China?

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Chromanoid
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Re: Deutschland - Ein neues China?

Beitrag von Chromanoid » 21.03.2009, 19:44

Nochmal zum HTTP Parental Advisory Label :)
ich habe jetzt mal ein wiki ( http://http-parental-advisory-label.org ) aufgemacht, damit ich das ganze nicht mehr auf die lange Bank schieben kann. Jeder der ernsthaft Interesse hat mit zu machen, schreibt mir bitte eine Mail mit RL Name (das wird der User Name) an die emailadresse wiki[at]http-parental-advisory-label.org
Alexander Gessler hat geschrieben:Speziell ausländische Dienste werden dieser Idee natürlich sofort folgen Ansonsten aber eine richtig gute Idee, weil ohne staatliche Zentralregulation.
Naja auch im Ausland ist Jugendschutz ein Thema. Und daher denke ich, dass auch im Ausland dafür gesorgt werden kann, dass Proxy Dientse entweder alles als "ab18" weiterleiten oder eben die ursprüngl. Marken durchleiten...

Und noch was nettes zu dem Thema: Bei Google könnte man dann einfach einstellen, welches Alter man hat und man bekommt nur entsprechende Angebote. Würde man das Alter falsch eingeben und die Eltern haben beim Router/Provider das richtige eingestellt, würde die komplette Google Ergebnis Seite für einen nicht erreichbar sein (da die ja auch ein PAL mitsenden). Erst wenn das Kind das Alter wieder runterstellt kann es die Suchergebnisseite sehen...

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Re: Deutschland - Ein neues China?

Beitrag von Seraph » 26.03.2009, 18:48

Um nochmal zurueck auf "Killerspiele" zu kommen, schmeisse ich einfach mal diesen Link in den Raum: http://www.gameswelt.de/news/36914-Inte ... en_ab.html

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Chromanoid
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Re: Deutschland - Ein neues China?

Beitrag von Chromanoid » 26.03.2009, 19:01

Schade dass die meisten Computerspieler so unpolitisch sind, es wäre mal Zeit für ein paar Aktionen :). Grauenhaft dass so ein blinder Aktionismus auf so eine schreckliche Tat folgen muss. Man kommt sich manchmal vor wie im Mittelalter... Und Computerspieler sind dabei Anbeter eines Hexenkults.
Ich bin mir sicher, dass die meisten Jugendschutzorganisationen derartiges Handeln ablehnen...
Die blinde Wut der Opferfamilien ( http://www.focus.de/panorama/welt/winne ... 82613.html ) kann ich sehr gut verstehen, aber wie das dann von populistischen Politikern ausgenutzt wird ist pervers...

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Re: Deutschland - Ein neues China?

Beitrag von Seraph » 26.03.2009, 19:33

Der Brief der Eltern klingt verstaendlich. Zudem finde ich es gut, dass sie es nicht nur auf Computerspiele reduzieren, sondern auch andere Medien ins Visier nehmen. Jedoch hege ich ernste Zweifel daran, dass ein Verbot von "gewaltverherrlichenden" Medien (wozu auch Buecher gehoeren) dahin fuehren wird, was ihnen vorschwebt, eine gewaltfreie Umwelt. Ich gehe sogar fast soweit zu sagen, dass das was sich nicht ueber solche Medien "besorgt" werden kann, dann in der Realitaet nachgeholt wird. Aber gut, das ist nur eine weitere unfundierte These meinerseits...

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Re: Deutschland - Ein neues China?

Beitrag von TomCat » 26.03.2009, 19:51

Hi,

ich hab heute einen Prospekt bekommen, wie man sich am besten mit Lebensmittelkonserven und Waffen eindeckt um sein Hab und Gut zu verteidigen, um die anstehenden sozialen Unruhen zu bewältigen.

Kein Scheiss!

ciao,
TomCat, dem Angst und Bange wird
Schnelle Autos !
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Re: Deutschland - Ein neues China?

Beitrag von Chromanoid » 26.03.2009, 19:59

TomCat hat geschrieben:ich hab heute einen Prospekt bekommen, wie man sich am besten mit Lebensmittelkonserven und Waffen eindeckt um sein Hab und Gut zu verteidigen, um die anstehenden sozialen Unruhen zu bewältigen.

Soziale Unruhen durch Computerspieler und Sportschützen :D ?
Steffen Engel hat geschrieben:Ich gehe sogar fast soweit zu sagen, dass das was sich nicht ueber solche Medien "besorgt" werden kann, dann in der Realitaet nachgeholt wird. Aber gut, das ist nur eine weitere unfundierte These meinerseits...
Sehe ich genauso... Wie schon oben erwähnt ist die These bei pornographischen Materialien ja sogar auf wissenschaftlicher Basis so nachvollziehbar....

Ich persönlich glaube zwar nicht, dass ich bei Verzicht auf "Gewaltkonsum" oder auch "Paintainment" ;) gewalttätig werde, aber ich wäre mit Sicherheit unausgeglichener. Gerade asiatische Triaden/Yakuza Filme würden mir fehlen. Und auch meine ab und zu eingenommene Dosis Soldat, Gears of War etc. würde wahrlich meine Lebensqualität verschlechtern.

Und nur weil die "alten Säcke von Politikern" ihre Gewaltfaszination über Mankell (& Co.) Krimis befriedigen und nicht mit Computerspielen ergibt sich so ein typischer Generationenkonflikt...

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Re: Deutschland - Ein neues China?

Beitrag von Richard Schubert » 26.03.2009, 22:32

TomCat hat geschrieben:Hi,

ich hab heute einen Prospekt bekommen, wie man sich am besten mit Lebensmittelkonserven und Waffen eindeckt um sein Hab und Gut zu verteidigen, um die anstehenden sozialen Unruhen zu bewältigen.

Kein Scheiss!

ciao,
TomCat, dem Angst und Bange wird
Hast dich vermutlich im Thread geirrt. Die kanadische Regierung macht ganz genau das gleich über Fernsehwerbung.
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Re: Deutschland - Ein neues China?

Beitrag von Chromanoid » 01.04.2009, 20:09


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Re: Deutschland - Ein neues China?

Beitrag von Seraph » 02.04.2009, 02:13

Wo faengt Gewalt an? Wo fangen Killerspiele an? ...

Aber weiter so, Verbote sind der richtige Weg! Alternativen oder gar die eigentlichen Probleme sollten rigoros ignoriert werden!

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Re: Deutschland - Ein neues China?

Beitrag von Lord Delvin » 02.04.2009, 11:33

Steffen Engel hat geschrieben:Wo faengt Gewalt an? Wo fangen Killerspiele an? ...

Aber weiter so, Verbote sind der richtige Weg! Alternativen oder gar die eigentlichen Probleme sollten rigoros ignoriert werden!
Ich höre da eine Verzweiflung, die ich leider teile:-/

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Re: Deutschland - Ein neues China?

Beitrag von eXile » 02.04.2009, 12:10


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Re: Deutschland - Ein neues China?

Beitrag von Seraph » 02.04.2009, 12:52

eXile hat geschrieben:Ein verfrühter Aprilscherz:
http://www.stmi.bayern.de/presse/archiv/2009/127.php
Es waere zu schoen, wenn es sich dabei nur um einen Scherz handeln wuerde... Aber ich befuerchte fast er meint das bitter ernst.

Gut, dass wir soviele Politiker mit dem notwendigen Hintergrundwissen haben, die sich auf verlaessliche Quellen stuetzen.


Wenn Killerspiele verboten werden waere der naechste Schritt jegliche Gewalt in Medien zu verbieten, also im Fernsehen (auch die Nachrichten) und vor allem auch Buecher. Wenn ich mich daran entsinne was ich frueher gelesen habe... Ich waere fuer viele Friede-Freude-Eierkuchen-Medien, bis wir alle wahnsinnig werden, weil wir es nicht mehr ertragen koennen.

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Re: Deutschland - Ein neues China?

Beitrag von Seraph » 02.04.2009, 18:28

Oha, mal eine kleine Reaktion.

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Re: Deutschland - Ein neues China?

Beitrag von Zudomon » 02.04.2009, 21:16

Tötungstrainingssoftware!! ROFL

Vielleicht heißt es ja in den Killerspielen Kill, aber ich glaube, mit Töten hat das wenig zu tun. Die Spielfigur fällt um, zerfetzt oder sonst was, und dann erscheint sie, spätestens nach eingigen Sekunden wieder am Bildschirm...
Vermutlich hat das töten in einem Computerspiel garnichts mit dem auslöschen von Leben in Wirklichkeit zu tun.
Aber Leute, die eine solche bewusste Begriffsverfremdungen einsetzen um damit anderen, die sich mit der Thematik nicht auskennen, etwas zu suggerieren, was in Wahrheit garnicht stimmt, sind das Letzte!

Ich bin auch sehr der Meinung, dass das schießen im Sportverein besser übt, mit Waffen umzugehen, als man das mit ner Maus je erreichen kann!

Und ob Gewaltdarstellungen in Computerspielen wirklich abstumpfend wirken, sei auch mal dahingestellt. Was ist denn, wenn jemand zu viel Hänsel und Gretel konsumiert? Wird dieser dann eines Tages alte Frauen verbrennen, wenn er labil war? Und ist dann Hänsel und Gretel schuld, oder eher der labile Charakter?
Das ist alles so lächerlich!
Was soll man von einer Gesellschaft halten, die Waffen entwickelt, hinterher schreit, wenn damit Menschen verletzt/getötet werden und es dann auf "Freizeitgestaltende Computerprogramme" schiebt?!

Wo fängt Gewaltdarstellung an? Ist nicht auch schon WoW Gewaltdarstellung, wenn Banditen umfallen, weil ihre Lebenspunkte auf Null fallen? Oder zählt das nicht, weil das nicht so realistisch aussieht, wie in Crysis?
Wie ist das bei "Strategischer-Massenvernichtungs-Trainingssoftware" wie Starcraft, wo man versucht, ganze Spezies auszurotten?

Statt "Geschäfte mit Tötungstrainingssoftware" zu unterbinden, sollte man vielleicht lieber mal nachdenken, Stellen einzurichten, an die sich Jugendliche mit Problemen wenden können. Wahrscheinlich gibt es das auch schon, dann sollte man sich überlegen, was man tun kann, damit sowas auch wahrgenommen wird!

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Re: Deutschland - Ein neues China?

Beitrag von Seraph » 03.04.2009, 19:25

Ich bin etwas zwiegespalten, ob Toetungstrainingssoftware passen wuerde oder nicht. Ich denke manche Spiele koennen auf psychischer Ebene schon trainieren, allerdings vermute ich, dass das nur funktioniert, wenn man sich auch wirklich darauf konzentriert. Jemand der UT, CS, sonstwas spielt, um Spass zu haben, eine Art Wettkampf auszufechten oder aehnliches, wird wohl selbst dadurch nicht wirklich trainiert. Aber was weiss ich schon, ich bin kein Psychologe... ;)

Was mich ein wenig bei Dir wundert ist, dass Du "ich glaube, mit Toeten hat das wenig zu tun" und "Vermutlich hat das töten in einem Computerspiel garnichts mit dem auslöschen von Leben in Wirklichkeit zu tun." sagst, was irgendwie suggeriert, als ob Du Dir selbst nicht sicher bist und den Unterschied nicht zu erkennen scheinst. Ist aber sicher nur etwas ungluecklich ausgedrueckt.

Meiner nichts aussagenden Meinung nach, sind weder Waffen noch Computerspiele Schuld an dem Problem. Auch wird wohl ein Verbot der Produktion/des Verkaufs in Dtl. das Problem nicht beheben, ausser dass es wohl ueber kurz oder lang Millionen von Menschen auf das Gemuet schlagen wird. Dazu kommt, dass sie damit der eigenen Wirtschaft schaden, da Dtl. als Entwicklungsstandort zunehmend unattraktiver wird und auf der anderen Seite bereits jetzt viele Personen ihre Spiele im Ausland kaufen. Aber was weiss ich schon, ich bin kein Politiker... ;)

WoW ist ein gutes Beispiel fuer Gewalt auf mehreren Ebenen. Nicht nur die physische Gewalt (besonders seit WotLK) spielt dabei eine Rolle, sondern auch die psychische Gewalt. Allein wenn man sich mal Undercity ansieht, eine ziemlich finstere Stadt. Man findet ueberall Skelette, Schaedel, Abominations, etc., aber auch Dinge wie das Foltern von Allianzlern ist zu finden. Und ich denke das ist ein Punkt wo ich sogar ein Stueck konform gehe, dass dieses vielleicht nicht unbedingt ab 12 gespielt werden muss. Allerdings empfinde ich persoenlich 18 als zu hohe Einschaetzung, 16 ist schon eher passend, vielleicht sogar noch niedriger. Aber was weiss ich schon, ich bin kein USK-Mitarbeiter... ;)
Zudomon hat geschrieben:Statt "Geschäfte mit Tötungstrainingssoftware" zu unterbinden, sollte man vielleicht lieber mal nachdenken, Stellen einzurichten, an die sich Jugendliche mit Problemen wenden können. Wahrscheinlich gibt es das auch schon, dann sollte man sich überlegen, was man tun kann, damit sowas auch wahrgenommen wird!
Damit gehe ich konform, allerdings wird ein Wahrnehmen allein wohl nicht ausreichend sein, die Personen muessen auch ermutigt werden einen solchen Schritt zu unternehmen und dann auch noch die Hilfe anzunehmen.

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Re: Deutschland - Ein neues China?

Beitrag von Andi » 03.04.2009, 20:32

Das Wort "Killerspiele" ist eine Wissenschaft für sich.. wer hat den Schwachsinn überhaupt erfunden... (Rikola nicht!)

Wie Medien solche Themen pushen und falsch interpretieren, find ich zimmlich heftig. Spieleinhalte falsch darstellen und Virtuelle-Welten versuchen mit der Realität zu vergleichen. Versuchen den kleinsten gemeinsammen Nenner in Computer-Spiele zu finden, Zocker als potenzielle Terroristen abstempeln und diskriminieren. Ist schon klar, das Leben ist wie ein Computer-Spiel, wen es schlecht Programmiert ist hat es wahrscheinlich Bugs :|

Wen ich ein Egoshooter zocke, zum beispiel das so böse Counter-Strike, dann Trainiere ich nicht das Töten:
  • man bringt mir nicht bei wie ich mit der echten Waffe umgehen muss/sollte
  • und diese habe ich auch nicht an mich oder bei mir
  • man ist in der nächsten Runde nicht wieder am Spwanpunkt, wen man in der Realenwelt ein hs kassiert hat
  • es ist unmöglich Krieg zu simulieren
  • usw. usf.
Das wollte ich nur schnell los werden :mrgreen:

Greez
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Re: Deutschland - Ein neues China?

Beitrag von Zudomon » 03.04.2009, 23:35

Steffen Engel hat geschrieben:Was mich ein wenig bei Dir wundert ist, dass Du "ich glaube, mit Toeten hat das wenig zu tun" und "Vermutlich hat das töten in einem Computerspiel garnichts mit dem auslöschen von Leben in Wirklichkeit zu tun." sagst, was irgendwie suggeriert, als ob Du Dir selbst nicht sicher bist und den Unterschied nicht zu erkennen scheinst. Ist aber sicher nur etwas ungluecklich ausgedrueckt.
Stimmt, ist wohl nicht so rübergekommen wie ich wollte. Damit wollte ich diese Absurdität, die Parellele die hier geschaffen wird, zum Ausdruck bringen. Wenn man beim "Mensch ärgere dich nicht zurück ins Haus muss" ist das etwa das gleiche, wie wenn man in CS wieder am Anfang spawned... das ganze auch nur im entferntesten mit echten Töten gleichzusetzen, ist ne Frechheit ohne gleichen!
Steffen Engel hat geschrieben:Meiner nichts aussagenden Meinung nach, sind weder Waffen noch Computerspiele Schuld an dem Problem.
Damit hast du auch Recht, auch Waffen an sich tragen eigentlich keine Schuld, aber der Zugang zu diesen vereinfacht es, einen Tötungstat durchzuführen.
Steffen Engel hat geschrieben:
Zudomon hat geschrieben:Statt "Geschäfte mit Tötungstrainingssoftware" zu unterbinden, sollte man vielleicht lieber mal nachdenken, Stellen einzurichten, an die sich Jugendliche mit Problemen wenden können. Wahrscheinlich gibt es das auch schon, dann sollte man sich überlegen, was man tun kann, damit sowas auch wahrgenommen wird!
Damit gehe ich konform, allerdings wird ein Wahrnehmen allein wohl nicht ausreichend sein, die Personen muessen auch ermutigt werden einen solchen Schritt zu unternehmen und dann auch noch die Hilfe anzunehmen.
Ich meinte Wahrnehmen in dem Sinne, dass es in Anspruch genommen wird. Das bloße "wissen das es existiert" reicht natürlich nicht. Von daher bin ich genau deiner Meinung.

@Andi
Du hast es auf den Punkt gebracht!
Ob man im Spiel 10 Headshoots bekommt, oder in echt einmal einen Schlag in die Seite, eins von beiden tut wesentlich mehr weh...

Und ich möchte noch sagen, so unterhaltend in Medien wie Computerspiele Krieg auch da gestellt wird, was ich durchaus nicht verkehrt finde ( es soll ja unterhalten ) sollte man bei der ganzen Sache eins nicht vergessen:
MIT DER WIRKLICHKEIT HAT DAS NICHTS ZU TUN!
Also jeder der Schreit, er wolle auch in den Krieg, weil das ja ach so toll ist, sollte sich mal vor Augen führen, das der erste Schuss schon tötlich enden kann. Wenn man sich das mal in Echt vorstellt, man landet an der Normandie, die Lucke geht auf und man wird vom ersten Schuss in der ersten Sekunde erwischt. Jahre lang gelernt und gelebt, damit es dann in einer Sekunde vorbei ist.
Ich denke, gerade bei Jugendlichen die sich wichtig machen wollen und behaupten, dass das alles so geil ist, die sollten sich mal das Leid, was hinter einem Krieg steckt, anschauen. Heut zu Tage geht das ja einfach über YouTube, man muss nur mal nach Iraq Victims suchen. Spätestens, wenn man dann diesen Personen mal klar macht, was denn wäre, wenn diese Opfer Familienmitglieder oder die eigene Freundin sein könnte, dann sollten die mal zur Vernunft kommen!

Vernünftige Menschen sollten den Unterschied zwischen Medienwelt und Wirklichkeit unterscheiden können. Die Unvernünftigen sollten sich Hilfe suchen, klar könnten die sich mit CS und anderne spielen "aufwärmen", aber die Ursachen sind das nicht!

Und noch eins, Massaker hat es schon immer gegeben, lange bevor es Computer gab. Das das jetzt so Populär geworden ist, liegt garantiert auch mit an den Nachrichten. Wie sollte jemand, der tendenziell zu sowas bereit ist, besser dazu ermutigt werden, als dadurch, dass er sieht, wie andere es auch durchgezogen haben. Man muss sich ja nur anschauen, wie viele Trittbrettfahrer jetzt nach Winnenden wieder aufgetaucht sind. Aber auch hier gilt, das ist nur meine Meinung.

Eigentlich wollte ich nur kurz auf die Bezüge von Steffen zu mir antworten. Aber das Thema ist so mitreißend, da musste ich dann doch noch ein paar Zeilen schreiben :D

Ich wünsche euch eine Gute Nacht!
Zudo

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Re: Deutschland - Ein neues China?

Beitrag von Lord Delvin » 04.04.2009, 00:02

Zudomon hat geschrieben:... Das das jetzt so Populär geworden ist, liegt garantiert auch mit an den Nachrichten. Wie sollte jemand, der tendenziell zu sowas bereit ist, besser dazu ermutigt werden, als dadurch, dass er sieht, wie andere es auch durchgezogen haben. Man muss sich ja nur anschauen, wie viele Trittbrettfahrer jetzt nach Winnenden wieder aufgetaucht sind. Aber auch hier gilt, das ist nur meine Meinung.
Jo liegt vor allem daran, dass mans immer mitbekommt und sich dann ein zwei Wochen anhören muss. Vor hundert Jahren hätte das kein Sack gekratzt, wenn irgendein Verrückter im Schwarzwalt ein paar Leute gemetzelt hätte.
Ist jetzt vielleicht ziemlich böse dargestellt, aber ich denk es verdeutlicht die Situation sehr schön.

Gruß

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Re: Deutschland - Ein neues China?

Beitrag von Gelöschter Benutzer » 04.04.2009, 00:36

Ich bin so Jung und auch ein potentieller Amokläufer (... weil ich mal 45 Minuten Counter Strike gespielt habe). Das wäre die Logik des Herrn Herrmann. Meine Hypothese sieht jedoch etwas anders aus: Ich betrachte eher, dass es nach seiner Aussage fast jeder Schüler ein potentieller Amokläufer ist und es sich immer um "Ausläufer" unter bestimmten förderlichen Bedinungen, wie soziale Vernachlässigung und Beihilfe zur Waffe, handeln muss.

Zur Untersuchung seiner und meiner Behauptung hat mich eine in der Klasse per Zufall durchgeführte nichtschriftliche Umfrage geführt. Dabei kam es vor etwa einem Jahr eher aus ironisch sarkastischem Grund zu einer Umfrage, wer denn alles schon sogenannte Killerspiele gespielt habe. Interessanterweise meldeten sich ca. 100% der Schüler. Nun liegt es nicht aus der Ferne, dass sich die prozentuale Ausweitung so auch auf allen weiteren Schulklassen ausweitet. Wenn man nun die prozentuale Verteilung der gefährdeten Personen und der aktiven Personen betrachtet, bemerkt man hier schon eine "Ausläufer"-Verteilung, die so gut wie gegen 0,0% strebt und eine extrem geringfügige Gefahr.

Ich habe auch schon selbst einige Ego-Shooter aus Interessenbekundung mal gespielt, um zu sehen wie das so ist ein sog. Killerspiel zu spielen. Meine eigenständig gebildete Perspektive zu diesem Thema ist hierzu, dass Killerspiele nicht im entferntesten Sinne einer Mordplanung beitragen. Mir ist es nach vielen eigenen Versuchen nicht gelungen - ob primär verursacht oder sekundär durch Drittmedienkontakt - daran zu denken nun irgendjemanden umzubringen, egal auf welchen "Killerspiellevel" sich das Spiel befand (getestet unter Counter Strike 1.6 (15 Minuten), Counter Strike Source (30 Minuten), Crysis (ca. 6 Stunden), Dark Messiah of Might and Magic (ca. 8 Stunden) und als Gegentest Daxter für die PSP (Mehr als 8 Std.)). Es war eher so, dass ich wegen der Gewalt dazu neigte, nach 45 Minuten aufzuhören, da das Eliminieren von Figuren einfach keinen "Spaßfaktor" mehr gebracht hat. Blut hat die Dauer entsprechend gekürzt (teilweise das mir schlecht wurde, da ich einen gewissen Bluteckel habe). Interessanterweise wurde ich beim "Gewaltfreien" Spiel für die Playstation Portable (PSP) eher agressiv durch mehrmaliges Nichtereichen von gewissen Zielen und dem zusammenhängenden Zeitverlust - teilweise sogar agressiver als bei "Actionszenen" von sog. Killerspielen, obwohl dieses eine USK von 6 Jahren im Vergleich zu Dark Messiah of Might and Magic mit dem USK von 18 Jahren hat.

Diese relativ kurze und subjektive Untersuchung lässt für mich persönlich daher zurückschließen, dass die Aussagen des Herrn Herrmann nicht auf fundamentaler Basis basieren könnten. Es scheint eher so, dass diese sog. Killerspiele eher ein Produkt der modernen interaktiven "Actionfilmindustrie" sind. Da auch andere Medien mit Gewalt konfrontiert werden und der Konsum auch bedingt durch die deutsche Staatsmacht erzwungen wird, müsse man nun aus Herrmanns Überlegung folgende grundlegenden Gesetzesänderungen durchführen:

Verbot und Strafverfolgung von Medien / Institutionen, die gewaltverherrlichende Elemente verbreiten:
  • Nachrichten, Filme
  • Bücher
  • Internet
  • Musik
  • Internet
  • Computerspiele
  • Bundeswehr und die Einstellung der Außeneinsätze
Leider steht dem entgegen als Problem, dass im GG $5.1 und $16 leider entsprechende Hürden aus den Menschenrechten abgeleitet worden sind und als höchste Staatswahrung gelten.

Ich persönlich betrachte jedoch eher Möglichkeiten darin, dass das Ausbilden von Unbefugten der Waffe verboten ist und mit bis zu lebenslanger Haft geahndet wird. Desweiteren halte ich eine familienfreundlichere und -gerechtere Politik für junge Personen und für Personen im jugendlichen Alter als eher Praktikabel, da hiermit
  • Ein Ausgleich von Geburten- und Sterberate besser sichergestellt und gestützt werden kann
  • Kriminalität durch Jugendliche minimiert wird (durch sog. Jugendclubs) und dadurch Refinanzierungen möglich sind
  • Eine Konzentration der Alters- und Schichtscheeren weitestgehend verhindert werden kann
  • Eine Gesellschaft durch Versammlungspunkte sich besser austauschen kann
  • Integrationsproblematische Personen eher ansprechbar sind
Ein Verbot von radikalen Medien ist derzeit gemäß GG $5.2 schon durchgeführt worden und wird auch von den entsprechenden Bewertungsbehörden geprüft und geachtet. Daher ist hier keine Änderung notwendig.

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Re: Deutschland - Ein neues China?

Beitrag von Matthias Gubisch » 04.04.2009, 08:53

@Patrik

sehr schöner Post, demnach gehörst du zu der Masser der Menschen die intelligent genug ist mit einem Spiel aufzuhöhren wenn es keinen Spass mehr macht oder merkt dass man es nicht packt (psychisch), wie du es ja so schöne beschrieben hast.
ich denke dass ist der Normalfall, deshalb finde ich es eine Frechheit wenn wir nun alle auf das verzichten sollen was viele von uns gerne machen nur weil es ein paar Idioten auf dem Planeten gibt die genau das eben nicht können.
Mal abgesehen davon dass Computerspiele sicher nicht der einzige Grund sind auszurasten, da muss man schon psychisch angeschlagen sein und vorher in der Erziehung jede Menge schief gelaufen sein.


Ausserdem fällt mir bei dem Thema immer nur ein Satz ein:
Im Kindergarten wird auch erst mit Bauklötzen geworfen seit es Tetris gibt......
Bevor man den Kopf schüttelt, sollte man sich vergewissern einen zu haben

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Re: Deutschland - Ein neues China?

Beitrag von eXile » 04.04.2009, 11:43

Patrick Polzin hat geschrieben:Zur Untersuchung seiner und meiner Behauptung hat mich eine in der Klasse per Zufall durchgeführte nichtschriftliche Umfrage geführt. Dabei kam es vor etwa einem Jahr eher aus ironisch sarkastischem Grund zu einer Umfrage, wer denn alles schon sogenannte Killerspiele gespielt habe. Interessanterweise meldeten sich ca. 100% der Schüler.
Genau das ist auch meine Erfahrung. Eine vor einiger Zeit veröffentlichte Studie meinten die, nur ca. 30 bis 40 Prozent der Jugendlichen hätten Killerspiele gespielt. Wie kommt es zu so einer Abweichung?

Matthias Gubisch
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Re: Deutschland - Ein neues China?

Beitrag von Matthias Gubisch » 04.04.2009, 11:52

eXile hat geschrieben:
Patrick Polzin hat geschrieben:Zur Untersuchung seiner und meiner Behauptung hat mich eine in der Klasse per Zufall durchgeführte nichtschriftliche Umfrage geführt. Dabei kam es vor etwa einem Jahr eher aus ironisch sarkastischem Grund zu einer Umfrage, wer denn alles schon sogenannte Killerspiele gespielt habe. Interessanterweise meldeten sich ca. 100% der Schüler.
Genau das ist auch meine Erfahrung. Eine vor einiger Zeit veröffentlichte Studie meinten die, nur ca. 30 bis 40 Prozent der Jugendlichen hätten Killerspiele gespielt. Wie kommt es zu so einer Abweichung?
Kommt wohl auf das Alter an, wenn ich meine umfrage bei 13-14 Jährigen mache kommt sicher ein anderes Ergebnis raus als bei 16-17 Jährigen....
Bevor man den Kopf schüttelt, sollte man sich vergewissern einen zu haben

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Re: Deutschland - Ein neues China?

Beitrag von Gelöschter Benutzer » 04.04.2009, 12:37

Eine vor einiger Zeit veröffentlichte Studie meinten die, nur ca. 30 bis 40 Prozent der Jugendlichen hätten Killerspiele gespielt. Wie kommt es zu so einer Abweichung?
Das ist eine interessante Frage. Allgemein betrachte ich, dass wir Schüler untereinander, auch wenn es unter dem Hut des Lehrers bleibt, ehrlicher antworten und nicht publicity-Meinungen kopieren. Die Altersgruppe dieser Umfrage war 16-21 Jahre alt, damals 11. Klasse gymnasiale Oberstufe in Berlin.

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