Fragen bezüglich Informatikstudium

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Andy16823
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Fragen bezüglich Informatikstudium

Beitrag von Andy16823 »

Hallo,
ich habe nun endlich die Möglichkeit, ein Informatikstudium zu beginnen. Damit geht für mich ein Traum in Erfüllung. Ich arbeite mich seit ca. 14 Tagen durch die Studienhefte und muss sagen, dass ich manche Aufgaben sehr gut verstehe, bei manchen Übungsaufgaben aber absolut nicht auf die naheliegendste Lösung komme. Ich komme zwar zu einer Lösung, aber diese ist oft etwas „komplexer” als die Musterlösung. Ist das normal am Anfang? Ich habe einfach die Bedenken das mir das an den Prüfungen in etwa genau so gehen wird,

Beste Grüße
Andreas
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Schrompf
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Re: Fragen bezüglich Informatikstudium

Beitrag von Schrompf »

Hauptsache gelöst, oder?

Ich finde, auf elegante schlichte Lösungen kommt man erst nach viel viel Erfahrung. Ich finde es daher nachvollziehbar, dass Du komplexere Lösungen hast. Der Zweck der Übungen ist es ja auch nicht, die Vorgabe zu treffen, sondern dass Du Dich mit dem Thema beschäftigst, Denkstrukturen ausbildest und allgemein Dein Hirn trainierst. Und das tust Du anscheinend. Also: weitermachen! :-)
Früher mal Dreamworlds. Früher mal Open Asset Import Library. Heutzutage nur noch so rumwursteln.
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Jonathan
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Re: Fragen bezüglich Informatikstudium

Beitrag von Jonathan »

Also Informatik ist ja im Wesentlichen angewandte Mathematik.

Ich war in der Schule in Mathe immer gut, ich hab quasi nie etwas dafür gelernt oder geübt und konnte trotzdem alle Aufgaben lösen. Dann kamen im Studium die ersten Mathevorlesungen und zum ersten mal in meinem Leben saß ich hilflos da, weil ich nichts verstanden hab und keine Ahnung hatte, wie ich jetzt die Aufgaben lösen soll... Mit Erfahrung und Übung wurde es dann irgendwann besser, aber ohne Zeit zu investieren geht es nicht. Ich habe auch danach nie jemanden getroffen, der gut in Mathe war und sich nicht die Nächte um die Ohren geschlagen hat um abstrakte Konzepte endlich zu verstehen. Mit clever alleine kommt da niemand durch, man muss auch immer hart arbeiten.
Schrompf hat geschrieben: Gestern, 21:00 Hauptsache gelöst, oder?
Schrompf hat ja schon viel gutes dazu gesagt, aber ich möchte nochmal hinzufügen: Schrompf hat mit Sicherheit gemeint "Hauptsache _selber_ gelöst". KI ist heute tatsächlich so gut, dass es dir die allermeisten Übungsaufgaben sehr gut lösen kann. Das bringt nur niemanden was. Den einen Tipp den ich dir mitgeben würde ist vermutlich, während dem Studium weitesgehenst komplett zu vergessen, dass es KI überhaupt gibt. Eine abgeschriebene Lösung hilft niemanden. Auch deine Abschlussarbeit musst du nach wie vor von Hand schreiben. KI ist eine Abkürzung für Leute, die wissen was sie tun, als Studianfänger gehört du nicht dazu.

Früher hat man Späße gemacht à la "du wirst nicht immer einen Taschenrechner dabei haben". Das stimmt heute immer noch, "du wirst nicht immer ChatGPT dabei haben". Du willst gar nicht wissen, wie viele Meetings ich schon gesehen habe, in denen Studenten toll ausgearbeitete Folien mitbringen, wenn sie erklären wollen, woran sie die letzten 2 Wochen gearbeitet haben. Seit die Folien alle KI generiert sind, ist die Qualität massiv nach oben gegangen. Aber halt nur die optische und sprachliche, weil im Gespräch erklären kann der (schlechte) Student sie dann immer noch nicht. Es ist unverzichtbar zu lernen, komplexe Gedanken strukturiert vorzustellen - ad hoc, im Meeting, ohne Vorbereitung und ohne ChatGPT. Und das lernt man, wenn man übt, wenn man Arbeiten von Hand schreibt, wenn man 10 mal alles neu machen musste, aber dabei verstanden hat, warum es dumm und schlecht war.

Meine Kriterien für gute Studenten sind "kann komplexe Zusammenhänge verstehen" und "kann effizient kommunizieren". Fachwissen kommt dann irgendwo an dritter Stelle oder später. Wenn ich eine inhaltliche Frage innerhalb einer halben Stunde erklären kann und der Student es dann verstanden hat, spielt es keine Rolle, das er das vorher noch nicht wusste. Wenn ich wochenlang stundenlange Meetings veranstalte aber der Student trotzdem immer noch die falschen Sachen macht, weil er nicht erklären konnte wo das Problem liegt und selbst wenn, nicht versteht, was ich ihm erkläre, dann wird er scheitern. Ganz egal wie viel Fachwissen er hat. Fachwissen hat auch mein KI Bot, dafür brauche ich keine Studenten...

Also: Investiere viel Zeit, versuche Dinge wirklich von Grund auf zu verstehen. Daran wirst du die ersten paar Semester vermutlich scheitern, das ist schon ok, keine Sorge. Aber du musst lernen, Dinge zu verstehen und Dinge zu erklären, anstatt nur Übungszettel abzuarbeiten.
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Andy16823
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Re: Fragen bezüglich Informatikstudium

Beitrag von Andy16823 »

Vielen dank für eure Antworten. Ich versuche tatsächlich weitestgehenst ohne KI zu arbeiten. Eigendlich nutze ich die KI nur um mir was erklären zu lassen, dass ich nicht verstanden habe. Also umzu lernen. Bei den Übungsaufgaben gehe ich so vor, dass ich versuche mir die Antwort aus dem bereits gelesenen herzuleiten. Leider geht das jedoch nicht immer, da es auch Aufgaben gibt, die meiner Meinung nach bewusst darauf abziehlen weiter zu denken bzw. evtl. auch "Werkzeuge" zu nutzen die davor noch nicht bekannt sind und das man diese dann anhand der Musterlösungen aufarbeitet.

Wo ich KI hilfreich finde ist, wenn man sich von ihr erklären lässt wie z.b. die Summe der Geometrischen Folge berechnet wird. Damit meine ich natürlich nicht abschreiben sondern wirklich verstehen und eventuell auch Rückfragen bei unklarheiten zu stellen. Ich habe leider nicht den vorteil das ich Abitur habe, sonder wegen der Beruflichen Qualifikation an der Hochschule Studieren darf.

Aber es ist irgendwo schon beruihgend zu hören, dass es eher normal ist fragen nicht direkt beantworten zu können :)
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Zudomon
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Re: Fragen bezüglich Informatikstudium

Beitrag von Zudomon »

Ich habe sicher Monate gebraucht, um auf die Idee zu kommen, dass man eine Variable sich selbst zuweisen kann 😲

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D-eath
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Re: Fragen bezüglich Informatikstudium

Beitrag von D-eath »

Ich nehme an, du bist an der FUH?
Ich habe selbst den B. Sc. und M. Sc. an der FUH gemacht, berufsbegleitend, kein Abi, mit Einserschnitt abgeschlossen. Kann dir nur empfehlen, dir Lerngruppen zu suchen. War nicht gut in Mathe an der Schule, habe es aber an der Uni sehr gemocht, gerade die theoretische Informatik und Komplexitaetstheorie. Hat aber auch sehr viel Arbeit gekostet.
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Jonathan
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Re: Fragen bezüglich Informatikstudium

Beitrag von Jonathan »

Ja, Lerngruppen sind super. Wenn du dich schwer tust, kannst du da viel lernen, wenn alles schon verstanden hast kannst du super üben komplexe Zusammenhänge zu erläutern (super wichtig für später und all deine Kommilitonen werden dir auf ewig dankbar sein), und wenn du sehr durchschnittlich bist und Aufgaben auch alleine lösen könntest, wirst du sie nicht nur lösen sondern auf einer tieferen Ebene verstehen, wenn du dich mit anderen absprichst. Also in jedem Fall ein klarer Win!
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Andy16823
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Re: Fragen bezüglich Informatikstudium

Beitrag von Andy16823 »

Hallo :) bin bei einer anderen FH aber die Lerngruppen finde ich super. Ich hoffe das ich dahingehend etwas finden kann. Ich meine im Allgemeinen macht es ja auch mehr spaß zusammen etwas zu lernen als alleine. Ich finde die ganzen themen bis jetzt auf jedenfall sehr interessant und freue mich eigendlich jeden abend nach der Arbeit weiter zu lernen. Bin auch schon gespannt auf die Wahlpflichfächer, da habe ich wohl nicht die einfachsten genommen (denke ich zu mindest) Computergrafik Natürlich, da ich damit ja schon ein paar Berührungspunkte gesammelt habe, Kryptografie (Finde ich generell ein sehr spannendes thema aber ich weiß auch das es sehr Mathelastig ist) und Embbeded System (auch das finde ich sehr interessant, weil es ja recht Hardware nahe ist). Ich werde die nächsten tage mal in dem Forum der FH schauen ob es interessierte an einer Lerngruppe gibt. Super Tipp :)
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