Re: Artikelempfehlungen, interessante Publikationen o.Ä.
Verfasst: 11.05.2013, 16:21
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Oder du denkst, da wäre etwas, wo in Wahrheit gar nichts ist? :P Dass Gehirn und neuronale Netze erstmal nicht allzu viel gemeinsam haben, ist klar. Ob im Gehirn nun tatsächlich ein Geist oder Intelligenz wohnt, oder ob das nur der unglaublich komplexen Zusammensetzung geschuldet ist, sei mal dahin gestellt. Auch dass das Vorgehen nicht an neuronale Netze gebunden ist, ist mir durchaus bewusst; das Paper trägt diese ja nicht mal in seinem unaufgeregt vorgehensbezogenen Titel. Unabhängig davon faszinierte mich eigentlich nur die Herangehensweise, auf dieser Ebene Training/Fitting zu betreiben, deren Maßstab mir ein wenig analog zu der Art und Weise erschien, mit der wir uns beim Malen das Aussehen neuer Kompositionen anhand unserer Erfahrung mit unzähligen bereits gesehenen Lichtverhältnissen und Objektkonstellationen rekonstruieren.eXile hat geschrieben:[...] Lasst es mich noch einmal krass sagen: Ihr denkt, da wäre etwas, wo in Wahrheit gar nichts ist.
secondedCodingCat hat geschrieben:So wie so wieder mal schön, wie du die relevanten Grundlagen kompakt und mit der für den magiefreien Nachvollzug erforderlichen Mathematik in einen kurzen Post gepackt hast. :)
Weil wir das Rendering nicht im Kopf machen, sondern die physikalischen Vorgänge in der Natur dies bewirken (wie z.B. hier die indirekte Beleuchtung). Man denkt sich ja nicht „da steht ein Tisch“, und dann generiert das Gehirn eine graphische Vorstellung davon; sondern die Natur schickt dir irgendwelche Photonen auf die Netzhaut, welche dein Gehirn als die Information eines Tisch interpretiert. Vergleiche doch mal die RAW-Bilder einer Kamera mit den Bild, welches dir dein Auge liefert. Das ist der Unterschied, den dein Kopf bewirken könnte.Chromanoid hat geschrieben:Warum sollte es nicht auch KNNs für's Rendering geben, deren Mechanismen sich an Vorgängen im Gehirn orientieren (sofern sich diesbezüglich Erkenntnisse ergeben)? Dort scheint grafische Darstellung jedenfalls recht gut zu klappen :)...
Mmh, ja, der Mensch lernt irgendwie die nichtlineare Beleuchtungsfunktion, da hast du schon recht (sonst könnte man ja keine unrealistischen Bilder von realistischen Photos unterscheiden). Bei mir hat dein Beitrag nur den Neuronale-Netze-Schwabulator-Trigger ausgelöst, vermutlich habe ich leicht überreagiert. ;)CodingCat hat geschrieben:Unabhängig davon faszinierte mich eigentlich nur die Herangehensweise, auf dieser Ebene Training/Fitting zu betreiben, deren Maßstab mir ein wenig analog zu der Art und Weise erschien, mit der wir uns beim Malen das Aussehen neuer Kompositionen anhand unserer Erfahrung mit unzähligen bereits gesehenen Lichtverhältnissen und Objektkonstellationen rekonstruieren.
Ja. Wenn du statt der ganzen Render-Gleichung nur die indirekte Beleuchtung betrachtest (das hatte ich in meinem letzten Beitrag nicht wirklich herausgehoben; die direkte Beleuchtung wird nämlich ganz klassisch mit Punktlichtquellen und VSM berechnet) trifft es das (natürlich unter Weglassung der ganzen Details) ganz gut.Krishty hat geschrieben:Liege ich da halbwegs richtig?
Wie Coding Cat schon sagte, wir lernen wie die Umgebung auszusehen hat und können entsprechend real anmutende Bilder malen. Wir träumen von der realen Welt und sehen diese Träume als real anmutende Bilder - wir "rendern" auf Basis von zuvor erlebten Sinneseindrücken. Soweit ich weiß geht man bisher davon aus, dass Träume dem Sehen ähnliche Nervenaktivitäten im visuellen Cortex hervorrufen. Entsprechendes passiert glaube ich auch wenn wir uns etwas vor "unserem inneren Auge" vorstellen. Es gibt dazu einige Paper, die auch immer wieder gern für übertriebene Zeitungsartikel sorgen...eXile hat geschrieben:Weil wir das Rendering nicht im Kopf machen, sondern die physikalischen Vorgänge in der Natur dies bewirken (wie z.B. hier die indirekte Beleuchtung). Man denkt sich ja nicht „da steht ein Tisch“, und dann generiert das Gehirn eine graphische Vorstellung davon; sondern die Natur schickt dir irgendwelche Photonen auf die Netzhaut, welche dein Gehirn als die Information eines Tisch interpretiert. Vergleiche doch mal die RAW-Bilder einer Kamera mit den Bild, welches dir dein Auge liefert. Das ist der Unterschied, den dein Kopf bewirken könnte.Chromanoid hat geschrieben:Warum sollte es nicht auch KNNs für's Rendering geben, deren Mechanismen sich an Vorgängen im Gehirn orientieren (sofern sich diesbezüglich Erkenntnisse ergeben)? Dort scheint grafische Darstellung jedenfalls recht gut zu klappen :)...
Was genau ist daran so toll? Irgendwie finde ich das recht unspektakulär, insbesondere da es meist ja triviale und idR rotationssymmetrische Objekte sind. Selbst eine eigenständige Erkennung von "Quader" und "Zylinder" scheint ja nicht vorhanden zu sein.antisteo hat geschrieben:Ist das echt?
http://www.prsnlz.me/videos/witchcraft- ... otographs/
Wenn ja, wäre das extremst geil.
Es würde einem das Modellieren von 3D-Objekten aber maßgeblich erleichtern. Man knipst einfach einen Gegenstand, rahmt den ein und ab ins Spiel damit.[none] hat geschrieben:Was genau ist daran so toll? Irgendwie finde ich das recht unspektakulär, insbesondere da es meist ja triviale und idR rotationssymmetrische Objekte sind. Selbst eine eigenständige Erkennung von "Quader" und "Zylinder" scheint ja nicht vorhanden zu sein.antisteo hat geschrieben:Ist das echt?
http://www.prsnlz.me/videos/witchcraft- ... otographs/
Wenn ja, wäre das extremst geil.
Daran wird seit Jahren (tm) geforscht. Es funktioniert so mittel gut. Aber i.d.R. brauchst du mehr als eine Perspektive. Daraus kannst du dann eine Punktwolke extrahieren.antisteo hat geschrieben: Es würde einem das Modellieren von 3D-Objekten aber maßgeblich erleichtern. Man knipst einfach einen Gegenstand, rahmt den ein und ab ins Spiel damit.
Nur mit einer projizierten Fototextur und ohne wirkliche Kontrolle über die Polygonzahl reicht das vielleicht für Bildmontagen, aber nicht für ein Spiel. Als exportiertes Modell für Quick Prototyping oder Retopo-Basis vielleicht noch bedingt zu gebrauchen. Das wäre demnach eher ein schönes Photoshop-Plugin. Sowas wie PatchMatch und generell 3D ist ja sowieso schon in PSD drin.antisteo hat geschrieben:Man knipst einfach einen Gegenstand, rahmt den ein und ab ins Spiel damit.
Grad erst dazugekommen, mal reinzulesen. Gleich die ersten Slides auf der Seite zum Thema "Background: Physics and Math of Shading" fand ich großartig! Damit habe selbst ich das Prinzip verstanden, der ich mich Zeit meines Studiums- und Arbeitslebens um Formeln und Paper herumgedrückt habe.RazorX hat geschrieben:SIGGRAPH 2013 Course: Physically Based Shading in Theory and Practice