Überlegungen zur Selbständigkeit

Einstiegsfragen, Mathematik, Physik, künstliche Intelligenz, Engine Design

Überlegungen zur Selbständigkeit

Beitragvon Schrompf » 12.04.2011, 10:18

--- Moderator-Kommentar: Thema abgetrennt aus dem Jammer-Thread.

Wir eruieren gerade, inwieweit es funktionieren könnte, wenn wir uns mit unserer Spieleentwicklung selbständig machen. Wenn das was wird, wär das natürlich genial. Aber ob es klappt, steht in den Sternen. Ich bin ja nicht mehr aus Idealismus an der Sache, sondern primär, um meinem Lebensunterhalt damit zu bestreiten. Ich habe also ein Rudel fester Kriterien, an denen ich festmache, ob das ein Erfolg war und weiterverfolgt wird. Im banalen Fall sind die selbstgesetzten Startbedingungen nicht erfüllt, dann geh ich mich nach einer kurzen privaten Auszeit wieder ganz normal bewerben.
Zuletzt geändert von Schrompf am 13.04.2011, 09:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Jammer-Thread

Beitragvon Aramis » 12.04.2011, 11:25

Was auch immer dabei herauskommt: viel Glueck und Erfolg :-) (ja, auch das darf im Jammer-Thread mal sein)
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Re: Jammer-Thread

Beitragvon Top-OR » 12.04.2011, 14:55

Mutig finde ich es, obwohl ich bei dieser Idee sehr hin und her gerissen wäre.

Ich hätte Angst, dass ich in dem Moment, indem meine "Existenz" dran hängt, die Liebe zur Sache verliere, weil ich mich >vielleicht< aus "Existenzangst" zu "Zugeständnissen" und "Kompromissen" hinreißen lassen würde, die ich nicht gut finde. Ich für meinen Teil bin ganz froh, dass ich "bunt" nur Zuhause als Hobby mache und meine Brötchen mit anderen Aufgaben verdiene.

Also darf ich Aramis zustimmen: Beste Wünsche für alles, was bei dieser Überlegung herauskommt!
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Re: Jammer-Thread

Beitragvon Schrompf » 12.04.2011, 15:25

Danke für die guten Wünsche. Ich werde gelegentlich hier im Forum berichten, wie es vorwärts geht. Aber wie ich schon oben sagte: noch ist gar nichts raus.
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Re: Jammer-Thread

Beitragvon Despotist » 12.04.2011, 16:44

Selbstständig machen ist wirklich ein großer Schritt der gut überlegt sein will. Auch wenn ihr ein gutes Konzept habt heißt das nicht dass es erfolgreich ist. Dafür kann man wahrscheinlich auch mit einem schlechten Konzept/Produkt erfolgreich sein.

Ich würde dir auch jeden Fall empfehlen ein Existenzgründerseminar zu besuchen (IHK zum Beispiel). Da werden die ganzen rechtlichen, finanziellen und verwalterischen Aspekte relativ gut erklärt. Das war immer mein größter Abschreckungspunkt der dort aber entkräftet wurde.
Wenn du gekündigt hast bekommst du ja soweit ich weiß trotzdem ALG1 wenn auch nach einer Sperrfrist (3 Monate AFAIK). Mit mindestens 3 Monaten Restanspruch ALG1 steht dir auch eine besondere Förderung durchs Arbeitsamt zu in der du 9 Monate weiter ALG1 bekommst (also über die reguläre Förderungsdauer hinaus) sowie danach noch weiter 9 (glaub ich) Monate eine Pauschale von 2-300 Euro fürs abdecken der Sozialversicherung. Das solltest du dir auf keinen Fall entgehen lassen um die schwere Startphase etwas abzumildern und auch dein persönliches Risiko etwas zu minimieren.

Du sagtest "ihr" eruiert die Selbstständigkeit? Schließt das deinen Bruder mit ein oder dein Splitterwelten Team?

Möchtest du etwas zu den Gründen deiner Kündigung sagen? Wenn es von dir ausging passt es ja eigentlich nicht in den Jammer Thread wenn es ein Befreiungsschlag war ;).

Von mir jedenfalls auch viel Erfolg und ein Zitat mit auf den Weg:
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Re: Jammer-Thread

Beitragvon Schrompf » 13.04.2011, 09:49

Vielen Dank für die hilfreichen Worte! Ich bin sehr angenehm überascht von so viel Zuspruch. Da wird mir ganz warm im Magen :-)

Despotist hat geschrieben:Selbstständig machen ist wirklich ein großer Schritt der gut überlegt sein will. Auch wenn ihr ein gutes Konzept habt heißt das nicht dass es erfolgreich ist. Dafür kann man wahrscheinlich auch mit einem schlechten Konzept/Produkt erfolgreich sein.


Dem muss ich zustimmen. Ein gutes Konzept ist eine Garantie für gar nix. Der Erfolg eines Spieleprojekts (oder der Selbständigkeit im Allgemeinen) hängt von 100 Faktoren ab, von denen man aber selbst im Idealfall nur 50 in der Hand hat. Ein substanzieller Faktor ist und bleibt der Zufall. Daher ist das bisherige Konzept auch so ausgelegt, dass ich schlimmstenfalls ein Jahr meiner Lebenszeit verschwende, aber danach nicht mit großen Schulden dastehe, wenn es scheitert.

Und seien wir mal ehrlich: es haben schon so viele Leute vor mir genau diesen Schritt gewagt. Von den allermeisten hat man nie wieder was gehört. Rein statistisch ist das Scheitern der Erwartungswert. Ich kann nur hoffen, nicht zu den typischen Samples dieser Versuchsreihe zu gehören :-)

Ich würde dir auch jeden Fall empfehlen ein Existenzgründerseminar zu besuchen (IHK zum Beispiel). Da werden die ganzen rechtlichen, finanziellen und verwalterischen Aspekte relativ gut erklärt. Das war immer mein größter Abschreckungspunkt der dort aber entkräftet wurde.

Das habe ich vor. Neben den allgemeinen Zweifeln, ob ich wirklich gut genug bin, um das Geld vieler Spieler wert zu sein, sind es vor Allem die Sorgen um den ganzen rechtlichen und organisatorischen Rahmen, die mich beschäftigen. Das ist aber wahrscheinlich primär die Furcht vor dem Unbekannten, sie sollte also mit einem solchen Seminar zu besiegen sein. Danke für den Tipp mit der IHK. Ich weiß bisher nur von solchen Kursen an der hiesigen Uni, aber die sind von so einem zwielichtigen Karriere-Finanz-Dienstleister getrieben, die dass sicher nicht aus Altruismus tun. Alternativ hatte ich die Volkshochschule im Blick, bei der die Lehrqualität nicht so verlässlich sein wird, die aber zumindest frei von Eigeninteresse und zu geringen Preisen zur Verfügung steht.

Wenn du gekündigt hast bekommst du ja soweit ich weiß trotzdem ALG1 wenn auch nach einer Sperrfrist (3 Monate AFAIK). Mit mindestens 3 Monaten Restanspruch ALG1 steht dir auch eine besondere Förderung durchs Arbeitsamt zu in der du 9 Monate weiter ALG1 bekommst (also über die reguläre Förderungsdauer hinaus) sowie danach noch weiter 9 (glaub ich) Monate eine Pauschale von 2-300 Euro fürs abdecken der Sozialversicherung. Das solltest du dir auf keinen Fall entgehen lassen um die schwere Startphase etwas abzumildern und auch dein persönliches Risiko etwas zu minimieren.

Ich wollte das ALG1 auf jeden Fall nutzen (ein Jahr Anspruch aktuell). Um aber die 3 Monate Sperrung wegen Selbstkündigung zu umgehen, habe ich mit meinem Chef geredet, ob sie mir den Gefallen tun, mich betriebsbedingt zu kündigen. Ob das klappt, weiß ich nicht. Er muss das erst mit der Rechtsabteilung der Mutterfirma besprechen. Und ich bin wohl auch nicht der Erste mit dem Gedanken, habe ich inzwischen erfahren. Die Arbeitsämter fragen auch gern mal nach bei der Firma, sagt man. Wenn das nicht klappt, muss ich also die ersten drei Monate irgendwie anders überbrücken. Und wenn ich die nicht überbrückt bekomme, ist das Thema schon vor dem Start wieder gegessen.

Du sagtest "ihr" eruiert die Selbstständigkeit? Schließt das deinen Bruder mit ein oder dein Splitterwelten Team?

Auch da ist noch nichts spruchreif. Mein Bruder erwägt die Teilnahme, unser langgedienter Chefgrafiker aus dem Splitterwelten-Team ebenso. Andere Teile des Teams sind eh schon hauptberuflich selbständige Grafiker. Das initiale Team soll aber sehr klein sein, da es eh schon schwer genug werden wird, überhaupt auf nennenswert Umsatz zu kommen.

--- Mod-Zusatz: ich trenne den bisherigen Teil des Threads mal heraus, weil wir doch schon ein ganzes Stück vom Jammern entfernt sind.

Bye, Thomas
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Re: Jammer-Thread

Beitragvon joggel » 13.04.2011, 10:12

Schrompf hat geschrieben:
Ich würde dir auch jeden Fall empfehlen ein Existenzgründerseminar zu besuchen (IHK zum Beispiel). Da werden die ganzen rechtlichen, finanziellen und verwalterischen Aspekte relativ gut erklärt. Das war immer mein größter Abschreckungspunkt der dort aber entkräftet wurde.

Das habe ich vor. Neben den allgemeinen Zweifeln, ob ich wirklich gut genug bin, um das Geld vieler Spieler wert zu sein, sind es vor Allem die Sorgen um den ganzen rechtlichen und organisatorischen Rahmen, die mich beschäftigen. Das ist aber wahrscheinlich primär die Furcht vor dem Unbekannten, sie sollte also mit einem solchen Seminar zu besiegen sein. Danke für den Tipp mit der IHK. Ich weiß bisher nur von solchen Kursen an der hiesigen Uni, aber die sind von so einem zwielichtigen Karriere-Finanz-Dienstleister getrieben, die dass sicher nicht aus Altruismus tun. Alternativ hatte ich die Volkshochschule im Blick, bei der die Lehrqualität nicht so verlässlich sein wird, die aber zumindest frei von Eigeninteresse und zu geringen Preisen zur Verfügung steht.
...

Jopp, auf jeden Fall machen! Ist ja nun nicht soo teuer ;) .
Meiner Schwester hat das sehr geholfen, meinte sie einmal!

Btw: Ich finde Deine/Eure Idee auch gut, weiß aber auch, dass es ein großer Schritt ist...
Ich würde euch auch immer Pizza vorbei bringen und dumme Fragen stellen ^^
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Re: Überlegungen zur Selbständigkeit

Beitragvon Despotist » 13.04.2011, 10:30

Schrompf hat geschrieben:Von den allermeisten hat man nie wieder was gehört. Rein statistisch ist das Scheitern der Erwartungswert.

Der Leiter meines Existenzgründerseminars meinte dass etwa die Hälfte der Gründungen nach 2 Jahren nicht mehr da sind. Das war aber ganz allgemein und nicht auf Software/Spiele bezogen.

Schrompf hat geschrieben:Das ist aber wahrscheinlich primär die Furcht vor dem Unbekannten, sie sollte also mit einem solchen Seminar zu besiegen sein.

Diese Zweifel wurden bei mir ausgeräumt. Und du musst dir nur vorstellen das eine selbstständige Mutti mit Nähstube oder die Dönerbude von nebenan es auch hinbekommen.

Schrompf hat geschrieben:Danke für den Tipp mit der IHK. Ich weiß bisher nur von solchen Kursen an der hiesigen Uni, aber die sind von so einem zwielichtigen Karriere-Finanz-Dienstleister getrieben, die dass sicher nicht aus Altruismus tun. Alternativ hatte ich die Volkshochschule im Blick, bei der die Lehrqualität nicht so verlässlich sein wird, die aber zumindest frei von Eigeninteresse und zu geringen Preisen zur Verfügung steht.

Zu der Qualität der anderen Kurse kann ich nichts sagen. Meiner war damals beim RKW BW.

Schrompf hat geschrieben:Wenn das nicht klappt, muss ich also die ersten drei Monate irgendwie anders überbrücken. Und wenn ich die nicht überbrückt bekomme, ist das Thema schon vor dem Start wieder gegessen.

Das heißt also du hast keine Ersparnisse oder dergleichen? Ein gewisses Polster um den Lebensunterhalt zu bestreiten sollte schon da sein da du ja wahrscheinlich auch nicht sofort ein Produkt hast was du verkaufen kannst.

Schrompf hat geschrieben:Das initiale Team soll aber sehr klein sein, da es eh schon schwer genug werden wird, überhaupt auf nennenswert Umsatz zu kommen.

Vielleicht kommt das mit ALG1 und der Förderung ja noch für andere in Betracht. Ich weiß nur nicht ob das in so einem "Zusammenschluss" (sprich Firma) klappt. Am besten wäre es da wohl wenn erstmal nur einer gründet und die anderen als Freiberufler auf Zuruf arbeiten (und entsprechend der Möglichkeiten bezahlt werden). So können sie sich auch nach anderen Aufträgen umsehen. Aber sowas besprichst du am besten mit dem Kursleiter. Es gibt auch Ansprechpartner bei Kommunen und den Ämtern die Fragen bei sowas beantworten können. Aber es ist wahrscheinlich ein Dschungel durch den man sich kämpfen muss um an alle Infos und Förderungen zu kommen.

noch ein paar Links:
http://www.existenzgruender.de/
http://www.rkw-sachsen.de/
http://www.rkw-bw.de/schwerpunkte/existenzgruendung.php

Edit:
http://www.existenzgruender.de/publikat ... /index.php
http://www.existenzgruender.de/publikat ... /index.php
Da bekommst du als Download oder kostenlos bestellbar (evtl Versand) jede Menge Broschüren zu verschiedenen Themen. Sehr nützlich.
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Re: Überlegungen zur Selbständigkeit

Beitragvon glassbear » 13.04.2011, 12:52

Erstmal drück ich dir die Daumen für den mutigen Schritt! =)

Da ich gerade an was ähnlichem dran bin und mit dem Gedanken spiele:

Schrompf hat geschrieben:Wir eruieren gerade, inwieweit es funktionieren könnte, wenn wir uns mit unserer Spieleentwicklung selbständig machen. Wenn das was wird, wär das natürlich genial. Aber ob es klappt, steht in den Sternen. Ich bin ja nicht mehr aus Idealismus an der Sache, sondern primär, um meinem Lebensunterhalt damit zu bestreiten.

Spieleentwicklung hab ich mittlerweile ausgeschlossen. In Deutschland zu klein, schlechter Ruf, etc.
Nicht, dass es nicht geht (Minecraft als Ausnahme), nur ist der ROI mir wichtig und nicht nur der Idealismus.


Auch wenn die Menschheit nur selten aus Erfahrungen/Lehren anderer Leute lernt und handelt: Mach(t) das nicht unvorbereitet - und verlier dich nicht in der Vorbereitung (analysis paralysis). Was du auf jeden Fall brauchst, sind grundlegende Steuer-Kenntnisse (Was? Wann? Wie? Wo?), Buchhaltung, Rechtsformen, Verträge - "Allgemeine Wirtschaftslehre" heißt das hier in den Berufsschulen ;) Hier ist ein professioneller Steuerberater sehr empfehlenswert, auch wenn es Geld kostet (kannst dann gleich wieder als Ausgaben absetzen).
Ein Existenzgründerseminar ist erstmal gut, besser ist eine Messe wie die Newcome - ich war da, ist besser als jedes Gründerseminar, wo ich bisher war. Dort auf der Webseite kannst du dir viele Vorträge anschauen und Material bekommen.

Wenn das nicht klappt, muss ich also die ersten drei Monate irgendwie anders überbrücken. Und wenn ich die nicht überbrückt bekomme, ist das Thema schon vor dem Start wieder gegessen.

Als Freiberufler wird für den Anfang geraten, dass du ein Jahr an Ausgaben als Ersparnissen haben solltest, falls mal aus irgendwelchen Gründen Umsatzflaute herrscht :oops:


Und wenn du die Gründung durchziehst:
Du wirst am Anfang so ziemlich alles falsch machen, was geht. Es gibt keinen richtigen oder falschen Weg - es gibt nur Wege, die für dich funktionieren oder auch nicht. Deswegen ist es extrem wichtig, möglichst viele Fehler zu machen, um daraus möglichst viel zu lernen.
Als Freiberufler bzw. Gründer wirst du extrem viele Hüte tragen und du mußt in allen mindestens ein bischen gut sein - oder dir professionellen Ersatz suchen (der wieder Geld kostet).


Wenn ich das so sehe, bin ich schon etwas weiter als du, verfolge allerdings einen anderen Ansatz: Nebenberuflich gründen und die Firma aus-/aufbauen. Hat auch seine Vorteile, hat auch seine Nachteile ;)


Ich habe eine Menge Respekt vor jedem, der seine Angst besiegt und diesen Schritt geht.
Ein Hoch auf uns Männer... Auf die Frau, die uns HAT ( oder hat, und nicht weiß, dass sie uns hat ) ...auf die Idiotinnen ... besser gesagt VOLLPFOSTINNEN ... die uns hatten und uns verloren haben ... und auf die GLÜCKLICHEN, die das Vergnügen & Glück haben werden uns kennenzulernen!
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Re: Überlegungen zur Selbständigkeit

Beitragvon Top-OR » 13.04.2011, 13:03

Ich glaube, dass bei der Selbstständigkeit einiges auf einen zukommt, was man nicht auf dem Schirm hat und was nicht primär mit dem Kerninhalt des Unternehmens zu tun hat - was dich aber tierisch schaffen wird.

Das Arbeit und das "Risiko" wird zwar mehr, aber du hast aber auch bessere Chancen, morgen ein zweites Konto aufmachen zu müssen, weil das alte voll ist.

Ich denke, mann muss das "in sich rein horchen", ob man der Typ ist und dann eben -objektiv- und -ehrlich- entscheiden - das kann dir wohl keiner abnehmen. Ich für meinen Teil habe beim In-mich-reinhören ne laute komisch schrille Stimme gehört, die mich angeschriehen hat, ich solls bleiben lassen. Ich kann zwar nicht aus eigner Erfahrung in der IT Branche berichten (ich war immer angestellt), aber meine Freundin hat einen Pflegedienst mit 5 Angestellten und ist auch schon seit einigen Jahren dabei: DAS würde ich mir wohl kaum antun (und sie sich sicher SO auch NICHT nochmal).

Oder anders ausgedrückt: Mir müsste mindestens das linke Ei fehlen - aber vielleicht kann mans in der "IT" etwas anders organiseren, ohne zielstrebig auf den Burnout zuzusteuern. just my 2 cents.


Wie auch immer: Ich drück die Daumen! Wird schon. Wichtig ist auch, dass du das eben machen (oder auch nicht machen) willst.
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Re: Überlegungen zur Selbständigkeit

Beitragvon RottenHedgehog » 13.04.2011, 14:40

Ich und Rüp haben uns dieses Jahr im Januar gegründet. Wir sind Rat King Entertainment. :D

Bei uns beiden stand nach dem Studium auch lange die Frage im Raum: Bewerben oder Selbstständigkeit? Ein Gründerkurs bei uns in Halle (speziell für Designer und Künstler) hat uns die Entscheidung dann irgendwie abgenommen und inzwischen fühlt es sich ganz gut an (minus die Probleme, die wir dadurch haben).

Den Gründerkurs würde ich nicht missen wollen, was wir allein da steuerrechtlich lernen, aber auch wichtige Fragen wie Marketing, etc. Und Förderungen! Gerade für Gründer gibt es da jede Menge, da solltet ihr euch unbedingt umhören. Im Leipziger Einzugsgebiet gibt es zum Beispiel "Smile!" (oder ist das für ganz Sachsen?).

Ich denke Selbstständigkeit kann nicht schaden, du lernst in jedem Fall was dazu! Und ich liebe es, mir die Zeit frei einteilen zu können. Oder selbst zu entscheiden, welche Spiele wir machen. Blöd nur, wenn du ewig entwicklest und dann kauft es niemand, weil keiner das Spiel kennt. Marketing wird gerade für uns ziemlich wichtig..das sind alles so Dinge, die man nicht vergessen darf, wenn man daran denkt, sich als Spieleentwickler selbstständig zu machen.

Wollt ihr euch eigentlich einen Publisher suchen oder die Indie-Schiene fahren?
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Re: Überlegungen zur Selbständigkeit

Beitragvon Schrompf » 13.04.2011, 15:48

Na denn Glückwunsch zur Gründung und viel Erfolg euch noch! Welche Vertriebskanäle benutzt ihr denn? Es gibt ja heutzutage eine breite Auswahl, vor allem für kleinere Projekte - das sieht heutzutage erfrischend anders aus als noch vor fünf Jahren.

Und Danke nochmal für die ganzen Tipps. Ich glaube, es ist ne gute Sache, dass wir mal so einen Thread haben :-) Ich bin mir grob im Klaren, was da auf mich zukommt. Dass es arbeitsintensiv wird, ist zu erwarten. Dass wir viele Fehler machen werden, ebenso. Lernen wir alles, was es zu lernen gibt, und machen das Beste draus.

Despotist hat geschrieben:Diese Zweifel wurden bei mir ausgeräumt. Und du musst dir nur vorstellen das eine selbstständige Mutti mit Nähstube oder die Dönerbude von nebenan es auch hinbekommen.

Danke, das hat mich tatsächlich sehr beruhigt! Packen wir's an.

Das heißt also du hast keine Ersparnisse oder dergleichen? Ein gewisses Polster um den Lebensunterhalt zu bestreiten sollte schon da sein da du ja wahrscheinlich auch nicht sofort ein Produkt hast was du verkaufen kannst.

Das ist ein kniffliger Teil. Ich habe ein finanzielles Polster für etwa drei Monate. Die sind aber bei sachte reduziertem Lebensstil geplant. Und da kommt eine gewisse sozial-moralische Komponente hinzu: meine Freundin sieht es gar nicht gern, dass wir auf einige oder alle Unternehmungen oder Reisen verzichten sollen. In gewissem Maße kann ich sie da verstehen, aber einfacher macht es das nicht. Frauen sind in der Hinsicht wohl deutlich konventioneller und sicherheitsorientierter.

Überhaupt war die Reaktion meines Umfelds, speziell der Familie, eher entmutigend. Als Stichworte seien "Spielereien", "Gekasper" und "endlich erwachsen werden" genannt. Immer nur unterschwellig, man bekommt auch immer einen gewissen Respekt vor der Entscheidung an sich. Aber speziell Computerspiele werden wohl nicht als Wertschöpfung betrachtet. Es ist schwer, bei diesem Zuspruch noch die Zuversicht in das Vorhaben zu behalten. Ist es denn wirklich eine dauerhaft ertragsfähige Lösung? Oder renne ich hier wirklich nur meinen Jugendträumen hinterher, meine Spielereien und Experimente zu verfolgen, und drücke mich vor der Erkenntnis, dass man nicht immer nur machen kann, was man will? Ich vermute, ich werde es herausfinden.

Als rechtliche Form werden wir wohl erstmal alle "arbeitslos" bleiben oder einzeln selbständig werden. Wenn tatsächlich das erste Produkt ansteht und Einnahmen zu erwarten sind, könnte man eine GbR angehen. Das bekomme ich hoffentlich detailliert in den Existenzgründerkursen.

Stichwort "nebenberuflich" - das ist bei mir schlicht an Zeitmangel nichts geworden. Ich habe irgendwann gemerkt, dass ich das entweder als Vollzeit machen muss oder mich mit der ewigen Hobbyrolle abfinde. So richtig aufgeben wollte ich den Gedanken aber nie. Also jetzt das.

Und zum Schluss zum Stichwort "Vertriebskanäle": wir haben bislang Steam und Artverwandte im Blick. Es wird schwer, da reinzukommen, aber die Steam-API sollte es ermöglichen, direkt aus der Demoversion heraus die Vollversion zu kaufen und direkt weiterzuspielen. Ich hoffe, damit die traditionell hohe Kauf-Hemmschwelle und die dadurch extrem niedriger Kauf-Rate zu verbessern. Hier wird definitiv das Marketing zum Problem - man geht in der Masse unter. Ich habe noch keine wirklich neuen Ideen, wie mit dem Problem umzugehen ist. Als Alternative haben wir eine Konzeptskizze für den SocialGames-Markt im Blick, aber da ist das Marketing noch kniffliger und die Platzhirsche noch erdrückender. Und zum Schluss wären da die Mobile Games. Die bräuchten aber wiederrum eigene Konzepte, um zu funktionieren, und die Konkurrenz ist noch erdrückender. Ich halte es für mehr oder weniger ausgeschlossen, dort irgendwie wahrgenommen zu werden.
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Re: Überlegungen zur Selbständigkeit

Beitragvon Chromanoid » 13.04.2011, 16:21

Schon mal über Browsergames und Item Shops nachgedacht? Vielleicht könnt ihr ja auch nach Aufträgen Ausschau halten und nebenbei an den eigenen Spielen arbeiten, dann hat man zumindest finanziell erst mal eine gewisse Entlastung.

Ich habe dazu auch mal eine Frage: Hat jemand mal Erfahrungen mit UG (haftungsbeschränkt) gemacht? Wurde darauf in den Gründerseminaren eingegangen?
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Re: Überlegungen zur Selbständigkeit

Beitragvon Despotist » 13.04.2011, 17:34

Schrompf hat geschrieben:Überhaupt war die Reaktion meines Umfelds, speziell der Familie, eher entmutigend. Als Stichworte seien "Spielereien", "Gekasper" und "endlich erwachsen werden" genannt. Immer nur unterschwellig, man bekommt auch immer einen gewissen Respekt vor der Entscheidung an sich.

Die Leute die sowas sagen haben aber auch keinen Fuss in der Branche und wissen oft nicht dass sie stärker wächst bzw höheren Umsatz macht als Musik oder Filme. Und oft sind es sogar Leute die mit Computern auf Kriegsfuss stehen die sowas sagen. Ich würde also in derlei Aussagen nicht zuviel Gewicht legen.
Leider habe ich auch vor Jahren als junger Mensch auf solche Äußerungen gehört weil man ja Respekt vor dem Alter und der Erfahrung hat und was ganz anderes gemacht. Ob es gut oder schlecht war weiß ich nicht aber mit dem was ich heute weiß wäre ich meinen Weg gegangen egal was andere sagen.

Schrompf hat geschrieben:Es ist schwer, bei diesem Zuspruch noch die Zuversicht in das Vorhaben zu behalten. Ist es denn wirklich eine dauerhaft ertragsfähige Lösung? Oder renne ich hier wirklich nur meinen Jugendträumen hinterher, meine Spielereien und Experimente zu verfolgen, und drücke mich vor der Erkenntnis, dass man nicht immer nur machen kann, was man will? Ich vermute, ich werde es herausfinden.

Das Problem ist wie du dich auch entscheidest wirst du nie wissen was der andere Weg gebracht hätte.
Aber sieh es mal so:
Mit Splatterwelten hast du in einem Monat glaub ich (Teilzeit) ein valides Spiel abgeliefert. Daran wird es also nicht scheitern. Ob das was bei rauskommt dann das Ohr am Kunden hat und gefällt und genug Bekanntheit erlangt (Werbung) ist die andere Frage.
Und was ist falsch daran eine Arbeit zu haben die Spaß macht? Codesklave ist vielleicht sicherer aber ob du deine persönliche berufliche Befriedigung durch Geld aufwiegen lässt kannst nur du entscheiden (vielleicht mit deiner Freundin zusammen) was dir wichtiger ist.

Mein Vorschlag:
Schau dir auf jeden Fall auch Unity oder eine andere Engine an mit der du auf vielen Platformen entwickeln kannst. So hast du einen größeren Markt. Sobald ein kritischer Punkt überwunden ist (Community, "Name") läuft es ja von selbst.

Schrompf hat geschrieben:Als rechtliche Form werden wir wohl erstmal alle "arbeitslos" bleiben oder einzeln selbständig werden. Wenn tatsächlich das erste Produkt ansteht und Einnahmen zu erwarten sind, könnte man eine GbR angehen. Das bekomme ich hoffentlich detailliert in den Existenzgründerkursen.

Hört sich gut an. Es gibt da noch die Unternehmergesellschaft sowas wie eine GmbH wo man statt 25.000 € nur 1 € Startkapital braucht . Aber sowas könnt ihr dann auch genau fragen für eure spezielle Situation.

Chromanoid hat geschrieben:Hat jemand mal Erfahrungen mit UG (haftungsbeschränkt) gemacht? Wurde darauf in den Gründerseminaren eingegangen?

Erfahrung nicht aber im Kurs wurde es erwähnt. Ist aufgrund des geringeren Kapitalbedarfs auf jeden Fall der GmbH vorzuziehen aber wenn Geld "übrig" ist (Gewinn) muss das Stammkapital bis auf 25.000 € aufgestockt werden und dann erfolgt die Umwandlung in eine GmbH. Aber der Kursleiter meinte eine GmbH oder UG macht keine Gewinne weil diese durch Gehälter abgeschöpft werden. Bei einer richtigen Firma hat sie halt den Vorteil das du nur mit dem Stammkapital (1 €) haftest falls was schief geht (sofern du nicht grob fahrlässig oder gar vorsätzlich handelst). Ist halt wenn dem User durch dein Spiel die Festplatte formatiert wird und er zufällig die Formel für die kalte Fusion drauf hatte ;). Bezieht sich ja auch auf "Schulden" die du gegenüber anderen Firmen usw hast. Bei den anderen Formen wo man privat haftet muss man sich wirklich sicher sein dass das nicht in Frage kommt.
Das ist so das was mir dazu einfällt. Hast du spezifische Fragen?
Ich denke aber nicht das so ein Kurs mehr vermittelt als du bei Wikipedia oder den Fachleuten erfährst.
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Re: Überlegungen zur Selbständigkeit

Beitragvon Chromanoid » 13.04.2011, 17:42

Also ich habe mir mal ein Buch zur UG gekauft und es glaube ich auch so weit verstanden. Ich finde auch gut, dass man sie auch alleine gründen kann. Mir ging es eher darum, wie ihr so den Overhead einschätzt (schließlich muss man nen Jahresabschluss abgeben usw.).
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